In Schleswig-Holstein kommen auf 100.000 Einwohner im Schnitt 70,3 Hausärztinnen und Hausärzte. Damit liegt das Land im bundesweiten Vergleich im oberen Mittelfeld auf Platz sechs. Mecklenburg-Vorpommern führt die Tabelle mit 76,8 an, in Hamburg liegt der Wert bei 73,4. Das geht aus Daten des Bundesarztregisters hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Stichtag ist der 31. Dezember 2025.
Gut die Hälfte (52,0 Prozent) sind in Schleswig-Holstein Hausärztinnen, in Mecklenburg-Vorpommern liegt die Frauenquote bei 59,1 Prozent. 12,7 Prozent aller Hausärztinnen und -ärzte im Norden sind älter als 65 Jahre.
Bezogen auf die Gesamtzahl aller Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten kommen in Schleswig-Holstein 218 Mediziner auf 100.000 Einwohner, in Hamburg sind es 315, in Mecklenburg-Vorpommern 223. 11,3 Prozent aller Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten im Norden sind nach der neuen Statistik älter als 65 Jahre, in Mecklenburg-Vorpommern sind es nur 8,7 Prozent.
Viele jüngere Mediziner bevorzugen Teilzeit
Die vertragsärztliche Versorgung sei mit bundesweit 191.875 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im vergangenen Jahr erneut gestiegen, erklärt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Insgesamt seien 2.324 Mediziner im Vergleich zu 2024 hinzugekommen, was einen Zuwachs von 1,2 Prozent bedeute. Doch die Steigerung variiere je nach Fachbereich und falle im ärztlichen Bereich geringer aus (0,7 Prozent) als in der Psychotherapie (3,7 Prozent).
Die aktuellen Zahlen zeigten, dass die absolute Arztzahl pro Kopf in der ambulanten Versorgung weiterhin steige, sagt die KBV mit Blick auf die bundesweite Statistik. Dennoch werde die für die Patientenversorgung zur Verfügung stehende Zeit knapper. Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten eine Anstellung oder Teilzeitbeschäftigung bevorzugten – vor allem jüngere.
"Gerade bei der hausärztlichen Versorgung weisen die Zahlen einen kontinuierlichen Rückgang nach", sagt Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, mit Blick auf die bundesweiten Zahlen. Schon jetzt seien etwa 5.000 Hausarztsitze deutschlandweit nicht besetzt. Und die Abgangsraten würden durch die Babyboomer zukünftig noch weiter steigen. "Deshalb brauchen wir dringend Strukturreformen – unter anderem etwa weniger Bürokratie und eine bessere Patientensteuerung."