Gesundheit
DAK-Report: Mehr Mädchen mit Angststörungen

Vor allem Mädchen sind wegen einer Angststörung in Behandlung. (Symbolbild) Foto: Nicolas Armer/dpa
Vor allem Mädchen sind wegen einer Angststörung in Behandlung. (Symbolbild) Foto
© Nicolas Armer/dpa
Soziale Phobien, Panik und Rückzug ins Netz: Hessens Jugendliche, vor allem Mädchen, haben häufiger mit Angststörungen zu kämpfen als früher. Was sind die Gründe?

Nach einer Auswertung von Versichertendaten der Krankenkasse DAK haben in Hessen inzwischen deutlich mehr Kinder und Jugendliche eine diagnostizierte Angststörung als vor der Corona-Pandemie. Am häufigsten seien Angststörungen bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, schrieb die Krankenkasse. 

Besonders betroffen seien demnach Mädchen: 2024 wurden 71 von 1.000 DAK-versicherten Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren ambulant oder stationär wegen einer Angststörung behandelt, wie die Krankenkasse mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2019 sei dies ein Anstieg um 76 Prozent gewesen. Am häufigsten seien dabei soziale Phobien und Panikstörungen.

Für den Report wurden laut Krankenkasse ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen ausgewertet. Es seien Abrechnungsdaten von mehr als 85.000 minderjährigen DAK-Versicherten in Hessen analysiert worden. Bei der Kasse sind in Hessen rund 600.000 Menschen versichert.

Rückzug hin zu den sozialen Medien

Auch bei anderen psychischen Verhaltensstörungen zeige sich ein ähnliches Muster, hieß es. "Bei jugendlichen Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren sind die Fallzahlen von Angststörungen, Depressionen und Essstörungen seit der Pandemie erhöht."

Der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- undJugendärzte und -ärztinnen, Ralf Moebus, sagte laut Mitteilung: "Wir erleben gerade bei weiblichen Patientinnen einen Rückzug aus ihren gewohnten Sozialräumen hin zu den sozialen Medien, während männliche Patienten eher zu unkontrolliertem Gaming tendieren." Bestehende Sorgen würden allzu oft zu manifesten Ängsten - und durch Klimawandel, Kriege und Zukunftssorgen verstärkt, sagte er.

dpa