In der Hansestadt Hamburg kommen insgesamt 315 Ärztinnen und Ärzte inklusive Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner. Das ist bundesweit der höchste Wert. Diese Daten gehen aus dem neuen Bundesarztregister hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die Zahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2025.
Hamburg weist auch mit 58,9 Prozent einen hohen Anteil an Ärztinnen auf und liegt damit bundesweit auf Platz 2. Nur Berlin mit einem Frauenanteil von 60,2 Prozent liegt noch höher. 15 Prozent der Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten sind in Hamburg älter als 65 Jahre alt, das ist im Ländervergleich Platz vier.
Betrachtet man nur die Zahl der Hausärztinnen und -ärzte, liegt Hamburg mit 73,4 auf 100.000 Einwohnern bundesweit auf Rang zwei hinter Mecklenburg-Vorpommern mit 76,8. Auch hier sind deutlich mehr als die Hälfte Frauen, genau 58,3 Prozent. 15,2 Prozent der Hamburger Hausärztinnen und Hausärzte sind aktuell älter als 65 Jahre alt, das bedeutet, dass sie in absehbarer Zeit ihre Praxis aufgeben könnten.
Viele jüngere Mediziner bevorzugen Teilzeit
Die vertragsärztliche Versorgung sei mit bundesweit 191.875 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im vergangenen Jahr erneut gestiegen, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit. Insgesamt seien 2.324 Mediziner im Vergleich zu 2024 hinzugekommen, was einen Zuwachs von 1,2 Prozent bedeute. Doch die Steigerung variiere je nach Fachbereich und falle im ärztlichen Bereich geringer aus (0,7 Prozent) als in der Psychotherapie (3,7 Prozent).
Die aktuellen Zahlen zeigten, dass die absolute Arztzahl pro Kopf in der ambulanten Versorgung weiterhin steige, sagt die KBV. Dennoch werde die für die Patientenversorgung zur Verfügung stehende Zeit knapper. Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Ärzte und Psychotherapeuten eine Anstellung oder Teilzeitbeschäftigung bevorzugten – vor allem jüngere.
"Gerade bei der hausärztlichen Versorgung weisen die Zahlen einen kontinuierlichen Rückgang nach", sagt Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Schon jetzt seien etwa 5.000 Hausarztsitze deutschlandweit nicht besetzt. Und die Abgangsraten würden durch die Babyboomer zukünftig noch weiter steigen. "Deshalb brauchen wir dringend Strukturreformen – unter anderem etwa weniger Bürokratie und eine bessere Patientensteuerung."