Prüfgesellschaft
Tüv: Mängel bei 70 Prozent der geprüften Aufzüge in SH

Wird ein gefährlicher Mangel festgestellt, muss der Aufzug teils umgehend stillgelegt werden. (Symbolbild) Foto: Lukas Schulze/d
Wird ein gefährlicher Mangel festgestellt, muss der Aufzug teils umgehend stillgelegt werden. (Symbolbild) Foto
© Lukas Schulze/dpa
Bei der großen Mehrheit der Aufzüge in Schleswig-Holstein fanden die Tüv-Prüfer im vergangenen Jahr Defekte und Mängel. Die Ergebnisse im Überblick.

Über zwei Drittel der Aufzüge in Schleswig-Holstein, die 2025 vom Tüv Nord geprüft wurden, hatten Mängel (70,1 Prozent). Das geht aus einer Auswertung der Prüfgesellschaft hervor. Bei rund 62 Prozent der insgesamt 9.209 im Bundesland untersuchten Anlagen wurden aber nur geringe Mängel erfasst - etwa ausgefallene einzelne Leuchten oder fehlende oder nicht lesbare Hinweise für die Passagiere zu Tragfähigkeit und Notruf. 

An 7,7 Prozent der Aufzüge gab es erhebliche Mängel, die laut Tüv Passagiere und Wartungspersonal gefährden können. Dazu zählen unter anderem verschlissene Seile und Riemen sowie Mängel an der elektrischen Sicherheitseinrichtung wie eine defekte Erdung.

Bei 0,2 Prozent der geprüften Anlagen stellten die Tüv-Prüfer gefährliche Mängel fest. Das können unter anderem fehlende oder defekte Fangeinrichtungen, defekte Geschwindigkeitsbegrenzer, ein kaputter Notruf und defekte Schacht- und Kabinentüren sein. Die Konsequenz derartiger Mängel könne an Aufzügen die sofortige Stilllegung sein, "da sie eine direkte Gefahr für Leib und Leben darstellen", erläutert der Tüv Nord.

Bundesweit Anstieg der Mängel - vor allem wegen Cybersicherheit

Für ganz Deutschland sind die Zahlen ähnlich, wie aus dem heute veröffentlichten Anlagensicherheitsreport des Tüv-Verbands hervorgeht. Demnach wiesen bundesweit knapp zwei Drittel der vom Tüv untersuchten Aufzüge 2025 leichte Mängel auf. Das waren mehr als 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und fast 22 Prozentpunkte mehr als 2023. 

Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg seien Defizite bei der Cybersicherheit, erläuterte der Tüv. "Die Betreiber sind seit mehreren Jahren dazu verpflichtet, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen und diese zu dokumentieren", hieß es. Fehle der Nachweis, führe das zu einem geringfügigen Mangel. 

Bei mehr als jedem zehnten Aufzug in Deutschland wurden erhebliche Mängel festgestellt, bei 0,8 Prozent gefährliche Mängel. 3.000 dieser Aufzüge wurden unverzüglich stillgelegt, weil sie eine Gefahr für Leib und Leben darstellten. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr knapp 723.300 Aufzugsanlagen von den Tüv-Prüfgesellschaften untersucht. 

Eine Zahl, wie viele Aufzüge es insgesamt in Schleswig-Holstein gibt, lag dem Tüv Nord nicht vor. Jeder Aufzugbetreiber kann selbst entscheiden, welche Prüforganisation er beauftragt.

dpa

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