Bandenmäßiges Einschleusen
Schleuserbande wegen illegaler Prostitution angeklagt

Im Kern sollen die Angeklagten an mehr als 500 Orten in Deutschland Prostitutionsstätten in gemieteten Apartments und Hotelzimme
Im Kern sollen die Angeklagten an mehr als 500 Orten in Deutschland Prostitutionsstätten in gemieteten Apartments und Hotelzimmern betrieben haben. (Symbolbild) Foto
© Boris Roessler/dpa
Mit professionellem Netzwerk und Online-Plattformen: Mehr als 500 Wohnungen sollen als illegale Prostitutionsstätten genutzt worden sein. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erhebt jetzt Anklage.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage wegen des Verdachts des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern zur Ausübung der Prostitution erhoben. Beschuldigt sind nach Angaben der Behörde vier chinesische Staatsangehörige im Alter von 46, 43, 42 und 35 Jahren sowie ein 22-jähriger Deutscher. Drei Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft.

Mehr als 500 Prostitutionsstätten in Deutschland

Im Kern sollen ein 43-Jähriger und eine 35-Jährige über mehr als drei Jahre an mehr als 500 Orten in Deutschland Apartments und Hotelzimmer für Prostitution gemietet haben. Dort sollen überwiegend chinesische Frauen gearbeitet haben, die weder einen Aufenthaltstitel noch eine Arbeitserlaubnis hatten. Die Unterkünfte seien über Online-Plattformen angeboten worden. Buchung, Bezahlung und Kundenkommunikation sollen über ein professionelles Netz in China gelaufen sein.

Dem 43-Jährigen und der 35-Jährigen werden zusätzlich Steuerhinterziehung sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt vorgeworfen. Der mutmaßliche Steuerschaden wird mit fast 3 Millionen Euro, der Sozialversicherungsschaden mit fast 3,5 Millionen Euro beziffert.

Illegale Beschäftigung in Massagestudio

Dem 22-jährigen Deutschen wird vorgeworfen, als Fahrer Einnahmen aus den Prostitutionsstätten abgeholt und Frauen bei Bedarf zwischen Einsatzorten transportiert zu haben. Eine 42-jährige Beschuldigte soll in einem von ihr betriebenen Massagestudio ebenfalls Chinesinnen ohne Aufenthaltsgenehmigung beschäftigt haben. Eine 46-Jährige soll nach den Ermittlungen vor Ort als Verwalterin fungiert haben.

Den Ermittlungen gingen laut Generalstaatsanwaltschaft Durchsuchungen im Mai 2025 in 40 Objekten voraus. Beteiligt gewesen seien knapp 800 Einsatzkräfte der Bundespolizei.

dpa

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