Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) spricht angesichts der Tarifrunde 2026 für die rund 58.000 Landesbeschäftigten von einem "überzogenen Forderungskatalog der Gewerkschaften". Bei den am Freitag (27.2.) in Wiesbaden beginnenden Verhandlungen müsse es wegen der "ausgesprochen schwierigen Haushaltslage" darum gehen, "ein für alle Seiten tragfähiges Ergebnis zu finden", mahnte Poseck.
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld - mindestens aber 300 Euro zusätzlich für die Landesbeschäftigten, etwa bei der Polizei, in den Schulen und in der Justiz. Auszubildende sollen 200 Euro mehr im Monat bekommen. Das Weihnachtgeld soll auf ein Monatsgehalt erhöht werden. Ausschließlich Gewerkschaftsmitglieder sollen einen zusätzlichen Urlaubstag bekommen.
"Schwierige wirtschaftliche Lage"
Poseck verwies auf die "schwierige wirtschaftliche Lage". Die Inflation der vergangenen Jahre "haben wir bereits bei kräftigen Entgeltsteigerungen der vergangenen Monate berücksichtigt. Wir haben mittlerweile eine moderate Preisentwicklung", erklärte der Innenminister. Eine Entgeltsteigerung weit über der Inflation halte er nicht für realistisch. "Die anstehende Tarifrunde wird keine einfache werden", so Poseck.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete Posecks Aussage, die Inflation sei bereits ausreichend berücksichtigt worden, als zu kurz gegriffen: "Steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und Energiekosten wirken langfristig – eine nur moderate Anpassung bedeute faktisch weiteren Reallohnverlust."
"Sicherheit gibt es nicht zum Sparpreis"
Die Belastungen im Polizeieinsatz nähmen zu, so die GdP. Die Nachwuchsgewinnung werde schwieriger. Immer mehr Polizisten wanderten in andere Bundesländer oder zur Bundespolizei ab. "Sicherheit gibt es nicht zum Sparpreis", mahnte die GdP, die gemeinsam mit mehreren weiteren Gewerkschaften an den Tarifverhandlungen teilnimmt.
Vor deren Start am Freitag ist beim hessischen Innenministerium, dem ersten Verhandlungsort, eine Kundgebung der Gewerkschaften geplant. Weitere Verhandlungsrunden hinter verschlossenen Türen sind am 9. und 10. März sowie am 26. und 27. März 2026 vorgesehen.