Gesundheitskonzern
Fresenius verlängert Vertrag von Vorstandschef Sen vorzeitig

Fresenius-Chef Michael Sen bleibt weitere fünf Jahre bei dem Dax-Konzern (Archivbild) Foto: Boris Roessler/dpa
Fresenius-Chef Michael Sen bleibt weitere fünf Jahre bei dem Dax-Konzern (Archivbild) Foto
© Boris Roessler/dpa
Der frühere Siemens-Manager Michael Sen hat den Bad Homburger Gesundheitskonzern und Klinikbetreiber radikal umgebaut und so aus der Krise geführt. Nun soll Sen länger auf dem Chefposten bleiben.

Nach knapp dreieinhalb Jahren an der Konzernspitze wird der Vertrag von Fresenius-Chef Michael Sen vorzeitig verlängert. Wie die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus Kreisen des Pharmaherstellers und Klinikbetreibers erfuhr, hat sich der Aufsichtsrat einstimmig dafür ausgesprochen. Der Vertrag laufe damit fünf weitere Jahre bis 2031, hieß es von Insidern. Eine Konzernsprecherin bestätigte die Informationen auf Anfrage.

Der frühere Siemens- und Eon-Manager Sen war im April 2021 zu Fresenius gekommen, zunächst als Leiter der Pharmasparte Kabi. Im Oktober 2022 übernahm er dann den Vorstandsvorsitz beim Konzern, der damals in der Krise steckte. Unter Sens Führung wurde das Bad Homburger Dax-Unternehmen radikal umgebaut. Dabei ging der Manager wenig zimperlich vor: Randbereiche wie die Kinderwunsch-Klinikkette Eugin wurden verkauft, Strukturen verschlankt, und Fresenius zog sich weitgehend aus der verlustträchtigen österreichischen Tochter Vamed zurück.

Auch wurde die frühere enge Verflechtung mit dem Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) gelöst. Inzwischen wird die frühere Blutwäsche-Tochter nur noch als Finanzbeteiligung geführt, Fresenius ist aber weiter größter Aktionär. Damit schnitt Sen Fresenius auf die Pharma-Tochter Kabi und das Klinikgeschäft bei Helios zu, wo er parallel Sparprogramme einläutete. In der Folge verbesserten sich die Ergebnisse des Unternehmens wieder, binnen drei Jahren verdoppelte sich der Aktienkurs fast.

dpa