Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat bessere Personalschlüssel für die Betreuung von Kindern in Horten und Krippen und später auch in Kitas angekündigt. Noch im Rahmen des aktuellen Novellierungsverfahrens des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) werden Verbesserungen für die Krippen und Horte vereinbart, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend sagte.
Demnach sollen ab 1. Januar 2027 in Krippen auf eine Erzieherin beziehungsweise einen Erzieher fünf Kinder kommen - bislang sind es sechs. Ab 1. August 2027 soll in Horten der Personalschlüssel von 1 zu 22 auf 1 zu 21 verbessert werden.
Weitere Verbesserungen sollen laut Schwesig von der kommenden Landesregierung beschlossen werden. Einem entsprechenden Perspektivplan zufolge sei dann im Kitabereich zum 1. Januar 2028 eine Absenkung von bislang 14 Kindern je Erzieherin auf 13 Kinder geplant. Im Hort soll die Anzahl der Kinder je Betreuer nochmals zum 1. Januar 2029 sinken - auf 20.
Für mehr Betreuungsqualität und Arbeitsplatzsicherheit
Mit den Schritten will die Landesregierung die Qualität der Kinderbetreuung verbessern, aber auch für mehr Arbeitsplatzsicherheit in dem Bereich sorgen. Auch vor dem Hintergrund eingebrochener Geburtenzahlen in MV und somit drohender Schließungen und Entlassungen hatte eine Initiative mit einem Volksbegehren eine bessere Personalausstattung im Sinne einer besseren Betreuung gefordert - und nach eigenen Angaben bereits deutlich mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt.
Dieses Volksbegehren werde wegen der nun erzielten Einigung eingestellt, sagte Heiner Rebschläger, Vorsitzender des Kita-Landeselternrates und ein Initiator. Mit Blick auf die Einigung sagte Ulrike von Malottki, eine der zwei Landesvorsitzenden der Gewerkschaft GEW und Mitinitiatorin, sie glaubten, „dass das eine sehr, sehr gute Lösung ist heute“.
Land wird an anderer Stelle vom Bund finanziell entlastet
Laut Schwesig waren die Gruppengrößen in Horten und Krippen anders als in den Kitas über viele Jahre gleich groß geblieben. Sie betonte, es sei ihr wichtig gewesen, eine Lösung auch mit weiterhin beitragsfreien Kita-Plätzen im Land und dem bestehenden Umfang der Betreuung vereinbaren zu können. Die nun beschlossenen Schritte wirkten vielleicht klein, aber sie seien „in der finanziellen Auswirkung gewaltig“.
Das Land werde an anderer Stelle vom Bund entlastet und dadurch zusätzlich 40 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung haben, die es für die angekündigten Änderungen einsetzen wolle. Das Land zahle bislang „zu unrecht“ eine Hälfte der Leistungen für ehemalige DDR-Staatsbedienstete - der Bund zahle bislang die andere Hälfte. „Hier wird der Bund uns weiter unterstützen und einen größeren Anteil übernehmen.“ An die klammen Kommunen und Kreise gerichtet sagte Schwesig, das Land habe sich dazu entschieden, die Verbesserungen im Kitabereich komplett allein zu finanzieren.
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