In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten aktuell 778 niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte. Das sind 38 weniger als im Januar 2025, als es noch 816 waren. Das teilt die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Mecklenburg-Vorpommern auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Vor fünf Jahren, im Januar 2021, waren es demnach noch 985 Zahnärztinnen und Zahnärzte im Bundesland. In allen Zahlen seien angestellte Zahnärzte und Assistenzzahnärzte nicht einberechnet, erklärt die KZV.
Besonders gut ist die zahnärztliche Versorgung demnach in Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin, Stralsund und Wismar. In allen dieser Städte liege der Versorgungsgrad über 100 Prozent, in Wismar sogar bei 151 Prozent, in Greifswald bei 136 Prozent. Die meisten Zahnärztinnen und Zahnärzte arbeiten in der Stadt Rostock, dort sind es 221.
Vor allem ländliche Regionen unterversorgt
Versorgungsgrade unter 75 Prozent weisen die Planungsbereiche Ludwigslust, Nordvorpommern und Nordwestmecklenburg auf. In Nordwestmecklenburg (55,3 Prozent) arbeiten insgesamt nur 44 Zahnärzte inklusive Angestellten und Assistenten. Die Prozentzahlen beziehen sich auf das Verhältnis der Zahl der Zahnärzte zur Zahl der Einwohner. Laut der Richtlinie zur Bedarfsplanung soll demnach ein Zahnarzt auf 1.680 Einwohner kommen.
Mit sinkenden Zahnarztzahlen sei weiterhin zu rechnen. "In den nächsten fünf bis 10 Jahren gehen immer mehr niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Ruhestand. Oft müssen sie ihre Praxen schließen, ohne eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger dafür gefunden zu haben", sagt Jens Palluch, Sprecher der KZV Mecklenburg-Vorpommern.
Die meisten jungen Zahnmediziner verlassen das Land
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Es fehle schlicht an Nachwuchs, erklärt er. Zum Beispiel würden jährlich etwa 70 Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner ihr Studium an den beiden Universitäten des Landes beenden – doch nur rund zehn blieben dauerhaft in Mecklenburg-Vorpommern.
Eine sogenannte Landeskinderregelung, die Bewerberinnen und Bewerber aus dem Bundesland bevorzugt, könnte helfen, diesen Trend zu bremsen, sagt Palluch. Auch eine Landzahnarztquote, wie sie Thüringen beispielsweise eingeführt habe, wäre aus Sicht der KZV hilfreich.
Um die Niederlassung neuer Zahnärzte und Fachzahnärzte zu fördern, habe die KZV mit den Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen einen Strukturfonds aufgesetzt. Dort stünden für 2026 etwa 890.000 Euro für die Gründung oder Übernahme einer Einzelpraxis sowie für die Anstellung von Zahnärzten in bestehenden Praxen zur Verfügung. Man versuche mit verschiedenen Maßnahmen, den zahnärztlichen Nachwuchs für eine Niederlassung im ländlichen Bereich zu begeistern.