Bei der landesweiten Kinderschutzhotline sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Anrufe eingegangen. 2025 waren es rund 1.440 Anrufe und damit knapp 350 mehr als noch ein Jahr zuvor, wie das Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zwischen 2020 und 2023 gingen jährlich zwischen rund 1.000 und 1.200 Anrufe dort ein. Gründe für den Anstieg wurden zunächst nicht genannt.
Die Hotline ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0800 - 14 14 007 erreichbar. Laut Ministerium nehmen derzeit elf Personen die Anrufe entgegen. Die Hotline, die es seit 2008 gibt, wird mit Geld vom Land unterstützt – im vergangenen Jahr waren es 221.500 Euro.
Hunderte Hinweise an Jugendämter weitergegeben
Wenn Hinweise zu möglichen Kindeswohlgefährdungen vorliegen, werden diese an Jugendämter im Nordosten weitergeleitet. Im vergangenen Jahr wurden den Angaben nach 377 solcher Hinweise weitergegeben, ein Jahr zuvor waren es 335. "Die Zahlen zeigen, dass die Kinderschutzhotline eine gute und bekannte Anlaufstelle für Jugendliche, aber auch für Familien in Not ist", sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Das Angebot sei als Frühwarnsystem im Kinderschutz unverzichtbar.
Die Ministerin betonte die Notwendigkeit eines eigenen Kinderschutzgesetzes, was es seit diesem Jahr erstmals in MV gebe. Dabei gehe es etwa um eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit im Kinderschutz, die Qualifizierung von Fachkräften, die Entwicklung von Kinderschutzkonzepten sowie eine größere Sensibilisierung für Kinderschutzbelange im Ehrenamt.
Kinderschutzbund: Östlicher Landesteil schlechter aufgestellt
Der Landesverband des Kinderschutzbundes teilte auf Anfrage mit, die Hotline habe sich in den vergangenen Jahren gut etabliert und sei vielen Personen bekannt. Sie sei ein wichtiger Baustein für den Kinderschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verein lobte das Kinderschutzgesetz, dennoch brauche es mehr Ressourcen für Personal, Qualifikation, Prävention und Vernetzung. "Insbesondere der östliche Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns ist weitaus weniger gut ausgestattet, wenn es um Anlaufstellen für von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche geht", teilte Geschäftsführerin Maria Dahlke-Wöhle mit.