Zumindest am örtlichen Abendspielverbot soll der dritte Bundesliga-Aufstieg des SC Paderborn nicht scheitern. Wenn der Zweitliga-Dritte am Pfingstmontag um 20.30 Uhr den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg zum Relegations-Rückspiel empfängt, darf er mit behördlicher Erlaubnis ausnahmsweise bis nach 22 Uhr spielen.
Das verbietet sonst eine Lärmschutzauflage, die einst Anwohner erwirkten. Das Hinspiel findet am Donnerstag in Wolfsburg (20.30 Uhr/Sky und Sat1) statt.
In Paderborn herrscht Fußball-Ausnahmezustand. Kurz bevor am Mittwoch die Pressekonferenz zum Hinspiel endete, rief Trainer Ralf Kettemann grinsend in die Kamera: "Und denkt alle dran: am Donnerstag keine Schule und um 14 Uhr Feierabend in allen Betrieben!"
Standardspezialist Baur fehlt gelbgesperrt
Paderborn geht als klarer Außenseiter in die Relegation. "Wolfsburg hat eine andere Qualität", sagt Kettemann. "Im reinen Mann gegen Mann wird es für uns schwierig, aber für so ein Spiel gibt es Lösungen; es gibt immer Sachen, mit denen man einem Gegner wehtun kann."
In Mika Baur (21), dem Sohn des 2007er-Handball-Weltmeisters Markus Baur, fehlt den Paderbornern im Hinspiel gelbgesperrt aber einer der herausragenden Mittelfeldspieler und Standardspezialisten.
"Once-in-a-lifetime-Chance für Paderborn"
Obwohl Kettemann die Relegation als "Once-in-a-lifetime-Chance für Paderborn" bezeichnet, kann der Club schon zum dritten Mal in die Bundesliga aufsteigen. 2014 unter dem Trainer André Breitenreiter und 2019 unter Steffen Baumgart war das bereits zweimal gelungen. Beide Abenteuer endeten aber bereits wieder nach nur einer Saison.