Missbrauchsbilder im Netz
Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Kein Täter darf sicher sein

Will pädophilen Sexualstraftätern das Handwerk legen: Niedersachsens LKA-Präsident Thorsten Massinger. (Archivbild) Foto: Moritz
Will pädophilen Sexualstraftätern das Handwerk legen: Niedersachsens LKA-Präsident Thorsten Massinger. (Archivbild) Foto
© Moritz Frankenberg/dpa

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Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen im Netz sind ein enormes Problem. Wie die Polizei Straftätern auf die Spur kommt - und warum völlige Überwachung unmöglich ist.

Trotz hoher Aufklärungsquote: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Bildern und Videos im Internet bleibt aus polizeilicher Sicht ein „sehr großes und schwerwiegendes Problem“. Das sagte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Thorsten Massinger, der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte: „Kein Täter, der entschlossen ist, solche Straftaten zu begehen, darf sich sicher sein, dass er nicht am Ende doch mit der Polizei zu tun hat.“

„Scheinkind-Operationen“ geplant

Massinger erklärte dazu: „Wir befinden uns derzeit beispielsweise in der Konzeptionierung sogenannter Scheinkind-Operationen, das heißt, dass sich Ermittler im Internet als Kinder ausgeben.“ Gebe es Hinweise auf entsprechende Straftaten in sozialen Medien oder Darknet-Foren, sei das Anlass für einen Bund-Länder-übergreifenden Austausch dazu, welches Bundesland, welches Landeskriminalamt, welche Dienststelle die Bearbeitung übernehme. „Da gibt es keine weißen Flecken“, betonte Massinger.

Die Bekämpfung dieser Fälle sei ein deutlicher Schwerpunkt der Arbeit der Behörde, sagte Massinger. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Bevölkerung zu Recht von uns erwartet, dass wir alles Mögliche tun, um diesen Sexualstraftätern mit einer pädophilen Neigung das Handwerk zu legen.“

Viele Fälle werden aufgeklärt

Im vergangenen Jahr registrierte die Behörde im Land 5.888 Fälle von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung sogenannter kinder- und jugendpornografischer Inhalte, die Aufklärungsquote lag bei 97 Prozent. 2024 wurden noch 6.765 Fälle erfasst, 2023 sogar 7.981. Die Aufklärungsquote lag bei jeweils über 95 Prozent. 

Zu gewissen Phänomenen und Anlässen werde im Netz recherchiert - mit Hilfe der sogenannten digitalen Einsatz- und Ermittlungsunterstützung, erklärte Massinger. „Man muss sich von der Vorstellung entfernen, man könnte einfach so mit Personal das Internet überwachen“, sagte er. „So viele Beamte kann man gar nicht einstellen, dass man da alles überwachen könnte.“

Künstliche Intelligenz im Einsatz

Daher werde auch künstliche Intelligenz im Falle im Internet frei verfügbarer Quellen eingesetzt, sagte er. Diese helfe dabei, Erkenntnisse zu komprimieren und Informationen zu bündeln, um diese dann zielgerichteter untersuchen zu können. Die erste Hürde dabei sei: Die KI müsse rechtskonform sein, bevor sie von staatlicher Seite eingesetzt werden könne.

dpa