Abstieg aus 2. Bundesliga
Geschockte Fortuna vor großer Zäsur: "Das verändert alles"

Für die Düsseldorfer brach nach dem Abstieg in die 3. Liga eine Welt zusammen. Foto: Daniel Löb/dpa
Für die Düsseldorfer brach nach dem Abstieg in die 3. Liga eine Welt zusammen. Foto
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Was wird aus Fortuna Düsseldorf in der 3. Liga? Nach dem Absturz der Rheinländer ist die Zukunft völlig offen. Die Bosse wollen eine knallharte Analyse. Und auch der Kapitän wird deutlich.

Der Schock stand allen Düsseldorfern ins Gesicht geschrieben. Nach dem fatalen 0:3 in Fürth und dem Absturz in die 3. Liga stehen Verantwortliche und Spieler der Fortuna vor den Scherben einer katastrophalen Saison. Die Zukunft? Die ist ungewisser denn je. "Das verändert alles", resümierte Sportvorstand Sven Mislintat nach der Pleite in Franken.

Während der erst im Dezember 2025 in den Verein gekommene Manager einen vorsichtigen Ausblick auf die nächsten Monate gab, kamen Torhüter Florian Kastenmeier immer wieder die Tränen. Der Kapitän war von den mitgereisten Fans als einziger namentlich gefeiert worden - keiner schien mehr unter der Pleite zu leiden als er. Die als Aufstiegskandidat in die Saison gegangenen Rheinländer sind nach 17 Jahren erster und zweiter Liga wieder nur noch drittklassig.

Großer Spieler-Exodus

Was das bedeutet, ist zunächst nur schwer zu umreißen. "Die Fallhöhe zweite Liga zu dritter Liga ist enorm und die wird natürlich eine Tragweite mit sich bringen, die ich heute hier noch nicht nennen kann", sagte Vorstandsboss Alexander Jobst. "Aber wir müssen natürlich jetzt knallharte Schlüsse treffen."

Dabei werden den Fortunen einige Entscheidungen abgenommen - zu ihrem Leidwesen. Die allermeisten Profis werden das Team verlassen, ihre Verträge gelten nach dem Abstieg nicht mehr. Er habe nun "fast gar keinen Kader in der dritten Liga", kündigte Mislintat an. "Das können wir ja vorwegnehmen, das wissen wir ja." Auf die Nachfrage, ob das denn überhaupt stemmbar sei, musste der Manager kurz lachen. "Ja, ja, ein bisschen Zeit haben wir schon", sagte er.

Noch keine Antworten auf existenzielle Fragen

Die Spieler werden neue Vereine finden - die Schockwellen einer sportlich derart heftigen Eruption aber gehen weit darüber hinaus. "Was ist mit dem Thema Fernsehgeld? Was passiert mit der Belegschaft? Was passiert mit unseren Sponsoren? Wie sieht möglicherweise ein Kaderbudget für die neue Saison aus?", fragte Vereinschef Jobst. Antworten hatte er keine.

Die vielen, vielen Fehler dieser Saison - vom schlecht zusammengebauten Kader über eine schwache Winter-Transferperiode bis hin zu gleich drei glücklosen Trainern innerhalb weniger Monate - sollen grundlegende Veränderungen nach sich ziehen. Mislintat will "die Strukturen, die dafür verantwortlich sind", anpacken. Jobst kündigt eine "knallharte Analyse" an.

Was macht Kapitän Kastenmeier?

Daran konnte Torhüter Kastenmeier am Sonntagabend noch nicht denken. Nachdem er sich minutenlang weinend den Fans gestellt und dafür Applaus und Sprechchöre abbekommen hatte, wollte er über seine Zukunft noch keine Auskunft geben. Der Vertrag des 28-Jährigen läuft ohnehin aus.

Auf die Frage, ob er sich einen Gang in die 3. Liga samt finanzieller Abstriche vorstellen könne, antwortete er: "Es müssen sich gewisse Sachen verändern, grundlegende Dinge, personelle Sachen, und dann bin ich auf jeden Fall bereit." Womöglich kann Düsseldorf also wenigstens auf den Keeper bauen - eine große Zäsur am Rhein aber ist unausweichlich.

dpa