Die Polizei hat einen Großeinsatz zum Schutz des vierten Castor-Transports aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gestartet. Wann genau der Transport von hochradioaktivem Atommüll stattfinden soll, sagten die Einsatzkräfte nicht. Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten den Beginn des Transports für heute Abend.
An mehreren Stellen soll es Proteste und Mahnwachen geben. Zuletzt hatten sich wenige Hundert Menschen an den Protesten gegen die Atommüll-Transporte beteiligt.
Castor-Transporte bislang ohne Zwischenfälle
Die ersten drei Transporte von Atommüll-Behältern aus Jülich nach Ahaus waren in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitete die stark gesicherten Transporte jeweils mit einem Großaufgebot.
In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb.
152 Castor-Behälter müssen nach Ahaus
Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Castor-Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.
Insgesamt ist geplant, 152 Castor-Behälter nach Ahaus zu bringen. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil die Erdbebensicherheit dort nicht nachgewiesen werden konnte.