Finanzielle Schwierigkeiten
Dortmunder Alternativkarneval "Geierabend" ist insolvent

Schrille Satire aus dem Ruhrpott: Der Geierabend wollte Kontrastprogramm zum rheinischen Karneval bieten. (Archivbild) Foto: Rol
Schrille Satire aus dem Ruhrpott: Der Geierabend wollte Kontrastprogramm zum rheinischen Karneval bieten. (Archivbild) Foto
© Roland Weihrauch/dpa
Pleite für den Geierabend: Der satirische Ruhrpott-Karneval kann offene Forderungen nicht mehr bezahlen und hat Insolvenz eingereicht.

Wegen unbezahlter Rechnungen und hohen Gema-Nachforderungen ist Dortmunds Alternativkarneval "Geierabend" zahlungsunfähig. Die Unternehmergesellschaft "Geierabend Flattermann-Factory gUG" habe an diesem Dienstag am zuständigen Amtsgericht Insolvenzantrag eingereicht, teilten die Macher mit. "Geschieht kein Wunder, ist es aber vorbei mit dem Geierabend. Schicht im Schacht. Ewiger Aschermittwoch", hieß es weiter. 

Seit 1992 steht der Geierabend für ein satirisches Karnevalsangebot aus dem Ruhrgebiet. Im Rahmen der kabarettistischen Sitzungen wurde auf Zeche Zollern in Dortmund seit vielen Jahren auch der Anti-Orden "Pannekopp des Jahres" verliehen. 

Ungewisse Zukunft

Dass der Verein in finanzielle Schieflage geraten sei, habe mit "erheblichen Altlasten und Risiken der Vergangenheit" zu tun, die erst jetzt bekannt geworden seien, hieß es in der Mitteilung. Unter anderem drohten Gema-Nachforderungen im unteren sechsstelligen Bereich.

Wie es weitergeht; ist offen. Man hoffe im Sommer noch einen Abschluss-Auftritt absolvieren zu können, das stehe aber ebenso in den Sternen. 

"Die Finanzierung einer solchen Veranstaltung ist nicht einfacher geworden", sagte der langjährige Moderator und zuletzt auch Mit-Geschäftsführer Martin Kaysh. Andererseits halte er es für sehr wichtig, dass eine Stadt wie Dortmund eine satirische Veranstaltung wie den Geierabend habe, die das Leben im Ruhrgebiet aufs Korn nehme und die Menschen ins Gespräch bringe, so Kaysh.

dpa