Bratwurst-Boykott, brisantes Reitz-Vorspiel - und der X-Faktor Yan Diomande: Dank seines Super-Dribblers hat RB Leipzig die abstiegsgefährdete Borussia Mönchengladbach nach zahlreichen vergebenen Chancen doch noch mit 1:0 (0:0) besiegt. Vor 47.800 Fans festigte Leipzig durch das späte Tor des Ivorers (81. Minute) den dritten Platz der Fußball-Bundesliga, während die vom künftigen Leipziger Rocco Reitz angeführte Borussia für einen guten Auftritt nicht belohnt wurde.
Reitz, der für knapp 20 Millionen Euro im Sommer nach Sachsen wechselt, zählte auf Gladbacher Seite zu den auffälligsten Spielern, trieb seine Mannschaft aus der Mittelfeld-Zentrale immer wieder an. Sportdirektor Rouven Schröder hatte bereits vor dem Anpfiff versucht, Brisanz aus dem Thema zu nehmen. "Rocco ist ein Borussia-Junge, der wird alles für seinen Club tun. Er ist von Kindesbeinen hier wirklich ein Teil von Borussia", sagte der Ex-Leipziger bei Sky. Gladbacher Fans hissten derweil ein Banner mit der Aufschrift: "Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein."
Raum an den Pfosten
Zur Eröffnung des durchaus unterhaltsamen Bundesliga-Spiels schwiegen die Gladbacher Fans traditionell und begleiteten jeden Leipziger Ballbesitz mit einem Trillerpfeifen-Konzert. Zusätzlich hatte der harte Kern der VfL-Anhänger außerdem zum Verzicht von Bratwurst und Bier aufgerufen - doch die Duftwolke des Grills überzeugte dann doch etliche Fans.
Auf dem Spielfeld geschah zunächst nicht viel Hochklassiges, dafür bekam Leipzig deutlich mehr Gegenwehr als angenommen. Zunächst lief alles nach Plan. David Raum (3.) erhielt den Ball auf der linken Strafraum-Seite, lupfte jedoch gegen den Pfosten. Nach elf Minuten bediente der Nationalspieler den im Rücken der Abwehr einlaufenden Ridle Baku, doch den Schuss des Außenverteidigers hielt Moritz Nicolas glänzend.
Der Gladbacher Torwart, der bereits vor einer Woche beim 2:2 gegen Heidenheim einen herausragenden Tag erwischt hatte, sollte die Leipziger Offensive auch in der Folge vor Probleme stellen. Den Schuss von Romulo (19.) aus sieben Metern entschärfte der 28-Jährige ebenso wie den Kopfball von Nicolas Seiwald (36.).
Bolins Schuss auf der Linie geklärt
Zwischendrin sorgte Gladbach immer wieder für erhöhten Puls in der Leipziger Abwehr - und hatte große Chancen zur Führung. Jens Castrop (18.) tauchte nach einem Lupfer völlig frei vor RB-Keeper Maarten Vandevoordt auf, scheiterte dann auch an diesem. Ein Kopfball des 22-Jährigen flog drei Minuten später nur knapp vorbei.
Und dann war da noch Hugo Bolin. Der Schwede wurde nach 33 Minuten für Lukas Ullrich eingewechselt. Der Linksverteidiger machte keinen verletzten Eindruck, vielmehr hatte er zuvor mehrfach schlecht gegen Baku und Yan Diomande ausgesehen. Sekunden nach Bolins Einwechslung landete der Ball nach einer Ecke vor seinen Füßen, doch den Schuss der Malmö-Leihgabe blockte El-Chadaille Bitshiabu auf der Linie.
Immer wieder Nicolas
Nach dem Wechsel hielt Gladbach sein Niveau zunächst nicht und ließ sich von Leipzig teilweise weit hinten reindrängen. Nicolas war bei den Chancen von Raum (51./73.) zur Stelle - und ansonsten machte es Leipzig mit diversen Dribblings zu kompliziert und zu ausrechenbar für die Gäste.
Nationalspieler Assan Ouédraogo und Johan Bakayoko sollten in der Schlussphase für mehr Druck auf das Gladbacher Tor sorgen. Doch dort stand Nicolas - und vereitelte auch die große Chance von Xaver Schlager (77.). Schließlich zündete doch noch ein RB-Konter. Christoph Baumgartner schickte Diomande über die linke Seite, der drosch den Ball unhaltbar in die lange Ecke.