Mord von 1992
Kölner Cold Case: Neuer Hinweis auf möglichen Täter

Nach der TV-Sendung gab es einen wichtigen Hinweis zu dem Fall. (Symbolfoto) Foto: Friso Gentsch/dpa
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Vor 34 Jahren wird in Köln eine Frau ermordet. Während der Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" meldet sich ein Anrufer mit einem Hinweis. Der leitende Ermittler ist vorsichtig optimistisch.

Gut 34 Jahre nach dem Mord an einer Frau in Köln verfolgen die Ermittler eine vielversprechende Spur. Der Fall war am Mittwochabend in "Aktenzeichen XY...ungelöst" vorgestellt worden - noch während der laufenden ZDF-Sendung habe sich ein Zuschauer gemeldet und angegeben, ein Bekannter habe ihm das Verbrechen gestanden, sagte der Leiter der Kölner Cold-Cases-Abteilung, Markus Weber, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir werden uns das jetzt in Ruhe anschauen - das kann alles oder nichts sein." Der Anrufer habe den Namen eines Mannes genannt, "den wir nun natürlich überprüfen und befragen werden". Ob er dann tatsächlich mit der Tat zu tun hatte, müsse man abwarten. Es gebe auch alte DNA-Spuren, die bei einem konkreten Verdacht abgeglichen werden könnten, sagte Weber, der in der Sendung zu Gast war.

Mörder ließ seine Socken am Tatort zurück

In dem Fall geht es um eine Frau, die 1992 tot in ihrer Wohnung in der Kölner Innenstadt aufgefunden worden war. Die 48-Jährige arbeitete den Angaben zufolge als Prostituierte in einem Apartment über einem Spielclub. Die Ermittler gehen von einem Raubmord aus - möglicherweise handelte es sich bei dem Mörder um ihren letzten Kunden.

In der Sendung wurden unter anderem weiße Tennissocken gezeigt, die der Täter am Tatort zurückgelassen hatte. Weber sagte in der Sendung, Abriebspuren an den Socken deuteten darauf hin, dass der Täter Arbeitsschuhe getragen und mit Schweißarbeiten zu tun hatte. Zudem seien an der Leiche blaue Faserspuren sichergestellt worden, die wahrscheinlich von einer Arbeitshose stammten. Die Staatsanwaltschaft habe für die Aufklärung des Falls 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Weber ist einer der dienstältesten Mordermittler in Nordrhein-Westfalen und leitet seit 2002 die Cold-Cases-Einheit der Kölner Polizei. Sein Auftritt am Mittwochabend war voraussichtlich sein letzter in der Sendung, denn Ende Mai geht der 63-Jährige in den Ruhestand. Insgesamt war Weber 13 Mal bei "Aktenzeichen XY...ungelöst" zu Gast. 

Damit sei Weber gewissermaßen ein Stammgast in der Sendung gewesen, sagte Moderator Rudi Cerne. Er erinnerte an den Kölner Karnevalsmord - das Verbrechen an einer Frau aus dem Jahr 1988 war nach dem Hinweis eines TV-Zuschauers aufgeklärt worden. "Wer weiß, vielleicht sehen wir uns in anderer Form wieder - sowas wie Rentner-Cop gibt's ja auch", meinte Cerne zum Abschied.

dpa