Bahamas
Seglerin fällt aus Schlauchboot und verschwindet – Ehemann unter Verdacht

Eine Person geht unter Palmen einen Strand auf den Bahamas entlang
Hat sich im Urlaubsparadies Bahamas ein Unglück oder ein Mord ereignet? (Symbolbild)
© Ramon Espinosa/AP / DPA
Ein Ehepaar aus den USA segelt vor den Bahamas. Auf dem Weg zurück zur ankernden Yacht fällt die Frau aus dem Schlauchboot und verschwindet. Doch war es wirklich ein Unfall?

Ihr Instagram-Account zeigt die faszinierende Seite des Segelns: Sonnenuntergänge, mitschwimmende Delfine, Tauchgänge in klarem Wasser vor Florida. Brian und Lynette H. aus dem US-Bundesstaat Michigan, waren schon lange verheiratet und genossen die gemeinsame Zeit auf ihrer Segelyacht. Doch am Ostersamstag nahm einer ihrer Segeltörns ein dramatisches Ende. Denn nach Angaben des Ehemannes ist die 55-Jährige an diesem Abend vor Elbow Cay auf den Abaco-Inseln im Norden der Bahamas bei starkem Wind und bewegter See versehentlich von Bord eines Schlauchbootes gefallen. Er will ihr noch eine Schwimmhilfe zugeworfen haben, habe sie aber anschließend aus dem Blick verloren, gab Brian H. an. Den Motorschlüssel soll sie bei sich getragen haben.

Außenborder haben eine Sicherung mit einer meist roten Gummispirale, die man an seiner Kleidung befestigt. Fällt man über Bord, löst der Ruck an dieser Spirale eine Abschaltung des Motors aus, der sich auch nicht wieder starten lässt. Das soll verhindern, dass ein Boot führerlos einem Menschen im Wasser davonfährt. Außerdem verhindert die Notabschaltung, dass die sich drehende Schraube den Menschen im Wasser verletzt. Wahrscheinlich ist diese Sicherung gemeint, wenn vom Motorschlüssel die Rede ist. Bilder auf Instagram zeigen einen Elektro-Außenborder am Schlauchboot des Paares.

Retter auf Bahamas erst nach Stunden alarmiert

Der Mann gibt an, er habe bis zum Ufer paddeln müssen. Die Lokalzeitung „The Nassau Guardian“ berichtet, der Vorfall habe sich am Samstagabend gegen 19.30 Uhr (Ortszeit) ereignet. Erst am Sonntagmorgen gegen 4 Uhr (Ortszeit) habe der Mann jemanden im Yachthafen von Marsh Harbour gebeten, die Polizei zu alarmieren.

Tage nach dem Verschwinden seiner Frau schreibt Brian H. auf Facebook: „Ich bin untröstlich über den jüngsten Bootsunfall, der sich bei unberechenbarer See und starkem Wind ereignete und dazu führte, dass meine geliebte Lynette in der Nähe von Elbow Cay auf den Bahamas aus unserem kleinen Beiboot fiel. Trotz verzweifelter Versuche, sie zu erreichen, trieben uns Wind und Strömung immer weiter auseinander. Wir suchen weiterhin nach ihr, und das ist mein einziges Anliegen.“ Er dankt auch allen an der Suche Beteiligten. Neben den Rettungsteams von den Bahamas war an der inzwischen eingestellten Suchaktion die US-Küstenwache beteiligt, wie Medien berichteten.

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Tochter zweifelt an Unfall

In einem Fernsehinterview äußerte eine Tochter der Frau jedoch einen schlimmen Verdacht. Ihr scheine es unwahrscheinlich, dass ihre Mutter einfach so über Bord gegangen sei. Bei dem Paar soll demnach eine Vorgeschichte von häuslicher Gewalt vorliegen. Der Mann habe die vermisste Frau einmal am Hals gewürgt und gedroht, sie über Bord zu werfen, sagte die Tochter dem US-Sender Fox News. „CBS News“ sagte sie: „Zum einen verstehe ich nicht, wie sie an den Schlüssel gekommen ist. Brian fährt immer. Er ist also genau genommen für den Schlüssel verantwortlich. Dass meine Mutter ihn hatte, ergibt also überhaupt keinen Sinn.“ Ihre Mutter und der Mann hätten sich in den letzten Jahren getrennt, seien aber wieder zusammengekommen.

Zugleich forderte sie eine gründliche Untersuchung des Vorfalls durch die lokalen Behörden. Ihre Mutter sei eine erfahrene Schwimmerin und segele seit mehr als zehn Jahren. Sie schenke jedenfalls der von ihrem Stiefvater beschriebenen Abfolge der Ereignisse keinen Glauben.

Am Donnerstag wurde schließlich ein 59-jährige US-Bürger von der Polizei der Bahamas festgenommen. Die Polizei identifizierte den festgenommenen Mann zwar nicht namentlich. Unter Berufung auf die Behörden berichteten Medien jedoch, dass es sich um den Ehemann handele. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erklärung seines Anwalts, Terrel A. Butler, hieß es, der Mann kooperiere mit den zuständigen Behörden bei den Ermittlungen und weise jegliches Fehlverhalten zurück.

tkr

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