Motorradeskorte, graue Limousine und roter Teppich: Königin Silvia von Schweden ist in Düsseldorf von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zu ihrem ersten offiziellen Besuch in der Staatskanzlei empfangen worden. Die 82-jährige Monarchin trug sich dabei ins Gästebuch des Landes ein.
Wüst hob das soziale Engagement der Königin hervor: "Mit großer Empathie, Führungsstärke und internationaler Strahlkraft setzt sie sich unermüdlich für die Schwächsten unserer Gesellschaft ein – insbesondere für Kinder, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind."
Mit der 1999 gegründeten World Childhood Foundation habe sie weltweit Strukturen geschaffen, die betroffenen Kindern Schutz und Gehör geben. Das 2020 in Düsseldorf eröffnete Childhood-Haus sei Teil davon.
Nach dem Gespräch in der Staatskanzlei besuchte die Königin dieses Haus. Die Einrichtung ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sexuellen Missbrauch oder schwere körperliche Gewalt erlebt haben.
In dem Haus in der Nähe der Uni-Klinik können Kinder als Opfer von Verbrechen behutsam vernommen werden, ohne dem Täter zu begegnen. Damit soll ihnen eine Aussage in einer Gerichtsverhandlung erspart werden.
Besondere Beziehung zu Düsseldorf
Die Königin hat eine weitere besondere Beziehung zur Landeshauptstadt: Nachdem ihre Familie 1957 aus Brasilien in die Landeshauptstadt gezogen war, legte sie 1963 am Düsseldorfer Luisen-Gymnasium ihr Abitur ab.
1972 lernte sie bei den Olympischen Spielen in München, wo sie als Hostess arbeitete, ihren späteren Ehemann kennen, den heutigen König Carl Gustaf von Schweden. Im Juni feiern König und Königin ihre Goldene Hochzeit und das 50-jährige Thronjubiläum.
Am Abend wird Königin Silvia bei einer Gala als "Düsseldorferin des Jahres" für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Bei der Veranstaltung der "Rheinischen Post" wird sie für ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement als Gründerin und Ehrenvorsitzende der World Childhood Foundation geehrt.