Knapp ein halbes Jahr nach dem Fund eines riesigen Waffenarsenals in Remscheid hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei mutmaßliche Waffenhändler erhoben. Darunter ist der 59 Jahre mutmaßliche Besitzer des aufgedeckten Depots mit einer Vielzahl von Kriegswaffen wie Sturmgewehren, Maschinenpistolen und Maschinengewehren, Revolvern, Pistolen und Munition, teilte die Staatsanwaltschaft Wuppertal mit.
Außerdem ist ein 38 Jahre alten Mann angeklagt, der von dem 59-Jährigen sechs Maschinenpistolen sowie einen Revolver jeweils mit Munition gekauft und dann weiterverkauft haben soll. Bei den illegalen Waffengeschäften soll auch teilweise ein 35-Jähriger eingebunden gewesen sein. Den drei Angeklagten werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen. Der 59-Jährige und der 38-Jährige sitzen in Untersuchungshaft.
Den mutmaßlichen Waffenhändlern sind verdeckte Ermittler auf die Spur gekommen, die sich nach Hinweisen als Kaufinteressen ausgeben haben. Gegen einen mutmaßlichen Käufer von zwei Maschinenpistolen wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft getrennt ermittelt. Die Ende Oktober 2025 begonnen Durchsuchungen zogen sich über Tage hin. In dem Remscheider Gebäudekomplex entdeckten die Ermittler mehrere Geheimverstecke.
Nach früheren Angaben wurden bei den Durchsuchungen 300 scharfe Schusswaffen, davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, 11 Revolver, 13 Panzerabwehrwaffen sowie fast 100.000 Schuss Munition entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft ist es einer der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Ob es nach der Anklage zum Prozess kommt, entscheidet das Landgericht Wuppertal.