Der Prozess um ein in Remscheid entdecktes enormes Waffenarsenal startet am 6. Juli. Das gab das Wuppertaler Landgericht bekannt. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen drei Männer erhoben. Sie wirft ihnen Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vor.
Angeklagt sind ein 59-Jähriger sowie zwei Mitangeklagte im Alter von 38 und 35 Jahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 59-Jährige zahlreiche Kriegswaffen, Schusswaffen und Munition zum Verkauf gelagert haben.
Riesiges Waffenarsenal
Nach früheren Angaben wurden bei Durchsuchungen rund 300 scharfe Schusswaffen - davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen - sowie fast 100.000 Schuss Munition entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.
Der 59-Jährige soll dem 38 Jahre alten Mitangeklagten insgesamt sechs Maschinenpistolen und einen Revolver samt Munition verkauft haben. Dieser habe die Waffen den Ermittlungen zufolge teilweise gemeinsam mit dem 35-Jährigen weiterverkauft.
Waffen wurden verdeckten Ermittlern angeboten
Zwei Maschinenpistolen mit Munition wurden den Angaben zufolge an eine Person aus Hamm verkauft. Weitere Waffen seien an verdeckt ermittelnde Polizeibeamte gegangen. Dadurch hatte sich laut Staatsanwaltschaft der Verdacht gegen den 59-Jährigen als mutmaßliche Quelle der Waffen ergeben.
Bei mehrtägigen Durchsuchungen ab dem 26. Oktober 2025 fanden Ermittler eine umfangreiche Sammlung von Militaria aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dazu hätten Waffen, Uniformen, Fotografien, Propagandamaterial und weitere Ausrüstungsgegenstände gehört. Die Räume hätten über versteckte Nebenräume verfügt, die durch Zwischenwände und getarnte Türen abgeschirmt gewesen seien.
Bislang sind zehn Verhandlungstage bis Ende September vorgesehen. Für die Angeklagten gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.