Tarifvertrag
Elektro-Azubis bekommen zehn Euro extra für Altersvorsorge

Auszubildende der Elektrohandwerke in NRW bekommen ab sofort zehn Euro von ihrem Arbeitgeber für die Altersvorsorge. (Symbolbild
Auszubildende der Elektrohandwerke in NRW bekommen ab sofort zehn Euro von ihrem Arbeitgeber für die Altersvorsorge. (Symbolbild) Foto
© Monika Skolimowska/dpa
Die Auszubildenden bekommen für das Geld Anteile an einem nachhaltigen Fonds. Dessen Entwicklung können sie dann mit einer App verfolgen. Das Ganze soll auch die "finanzielle Bildung" fördern.

Auszubildende im nordrhein-westfälischen Elektrohandwerk bekommen ab sofort für ihre private Altersvorsorge zehn Euro extra von ihrem Arbeitgeber. Das Geld wird auf den Namen des Azubis in einen nachhaltigen Fonds investiert, der von einem Geldinstitut angeboten wird. Auf die Regelungen dazu haben sich jetzt die IG Metall und der Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW in einem Tarifvertrag geeinigt. Mehr als 8.000 Auszubildende werden davon profitieren.

"Ziel ist es, jungen Menschen bereits zu Beginn ihres Berufslebens einen wichtigen Baustein für ein gutes Leben im Ruhestand zur Verfügung zu stellen", teilten Gewerkschaft und Arbeitgeberverband in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Bei Übernahme von Auszubildenden könne auch vereinbart werden, dass der Betrieb die Einzahlungen fortsetzt.

"Konkret erfahrbar": App zeigt Vermögensaufbau 

Über eine digitale App können die Auszubildenden verfolgen, wie sich ihr Vorsorgekapital entwickelt. "Altersvorsorge wird damit nicht abstrakt erklärt, sondern konkret erfahrbar." Der Fokus liege auf dem langfristigen Kapitalaufbau für das Alter, hieß es. Die Auszubildenden könnten aber über das Geld verfügen. 

"Mit unserem Fondsmodell schaffen wir einen niedrigschwelligen Einstieg in die private Altersvorsorge und stärken das Bewusstsein für langfristige finanzielle Planung und das Verständnis für gesamtwirtschaftliche Entwicklungen", erklärte der Vorsitzende des Tarif-Ausschusses im Fachverband, Ulrich Breilmann.

Der tarifvertragliche Anspruch auf einen Vorsorgefonds sei eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente und zu den bereits bestehenden tariflichen Altersvorsorgeregelungen, erklärte IG Metall-Bezirkssekretär Thomas Weilbier. "Ein Fonds, den Auszubildende über eine App im Blick behalten, kann ein wichtiger Baustein sein, um finanzielle Bildung praktisch erfahrbar zu machen."

dpa

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