Zahlen für den Kölner Dom
Guido Cantz zu Dom-Eintritt: "Fühlt sich merkwürdig an"

Für Komiker Guido Cantz bieten die Eintrittsgeld-Pläne für den Kölner Dom manchen satirischen Anknüpfungspunkt. (Archivbild) Fot
Für Komiker Guido Cantz bieten die Eintrittsgeld-Pläne für den Kölner Dom manchen satirischen Anknüpfungspunkt. (Archivbild) Foto
© Rolf Vennenbernd/dpa
Touristen sollen künftig zahlen, um in den Kölner Dom zu kommen - Betende dagegen kommen umsonst rein. Das bietet manchen satirischen Anknüpfungspunkt, findet Guido Cantz.

Nach der Ankündigung von Eintrittsgeldern für den Kölner Dom ist TV-Moderator und Komiker Guido Cantz gespannt auf die praktische Umsetzung. "Das Domkapitel hat gesagt, dass Touristen Eintritt zahlen müssen, Gottesdienstbesucher und Betende aber nicht. Da darf man neugierig sein, wie die Einlasskontrolle geregelt wird. Der Begriff "Drehkreuz" bekommt da eine ganz neue Bedeutung", sagte der gebürtige Kölner der Deutschen Presse-Agentur.

Besser als die Heiligen Drei Könige rauszuklagen

Für ein Comedy-Programm biete das Vorhaben mancherlei Anknüpfungspunkte: "Besser der Kölner Dom nimmt von Touristen Eintritt, als dass die Heiligen Drei Könige wegen Eigenbedarf rausgeklagt werden", witzelt Cantz, der derzeit mit seinem Comedy-Programm "Komische Zeiten" auf Deutschland-Tournee ist. Die Heiligen Drei Könige ruhen der Überlieferung nach in einem Goldschrein im Kölner Dom.

Der 54-Jährige hat gemischte Gefühle bei dem Vorhaben. "Ich habe zwar schon in diversen Gotteshäusern im europäischen Ausland Eintritt bezahlt, in Salzburg, London oder Barcelona. Das fühlt sich immer merkwürdig an", sagte er. 

Letztlich könne er aber doch Verständnis dafür aufbringen: "Um die Betriebs- und Erhaltungskosten zu bewältigen, ist dieser Schritt nachvollziehbar. Unser Kölner Dom muss definitiv erhalten bleiben." Das Domkapitel hatte argumentiert, dass die Eintrittsgelder notwendig seien, um die gestiegenen Kosten unter anderem für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms abzudecken.

dpa