Betrug Angebliche Polizisten erbeuten Millionensumme

Es gibt einen Millionenschaden durch eine Betrugsmasche mit vermeintlichen Polizisten. (Symbolbild) Foto: Matthias Bein/dpa
Es gibt einen Millionenschaden durch eine Betrugsmasche mit vermeintlichen Polizisten. (Symbolbild) Foto
© Matthias Bein/dpa
Oftmals sind ältere Menschen von Betrug durch angebliche Polizisten betroffen. Die verursachten Schäden steigen.

Angebliche Polizisten erbeuten mit ihrer Betrugsmasche immer mehr Geld. Auf mehr als 1,44 Millionen Euro belief sich der Schaden im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres, wie Innenminister Michael Ebling (SPD) in Mainz berichtete. Damit lag die Schadenssumme nach den ersten sechs Monaten 2025 bereits über dem Wert des gesamten Jahres zuvor: Für das Jahr 2024 registrierten die Ermittler einen von angeblichen Polizisten verursachten Schaden von 1,34 Millionen Euro. 

251 Mal haben Kriminelle als angebliche Polizisten im Jahr 2024 versucht, Menschen in Rheinland-Pfalz zu betrügen. In 44 Fällen hatten die Täter Erfolg mit ihren kriminellen Machenschaften. Im ersten Halbjahr 2025 wurden nach Angaben des Innenministers 45 Fälle im Land registriert und davon 27 als vollendet eingestuft. Drei der ermittelten Tatverdächtigen in diesen Zeiträumen wurden rechtskräftig verurteilt. 

"Schockanrufer" fallen aus Statistik

Im Gegensatz zu früheren Statistiken unterscheiden die Ermittler mittlerweile zwischen dem Betrugsphänomen "falsche Polizisten" und "Schockanruf". Dadurch habe sich die Zahl der Fälle und Straftaten im Vergleich zu den vergangenen Auswertungen deutlich verringert, erklärte Ebling

Die Definition des Phänomens "falscher Polizeibeamter" in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) lautet: "Unter Vorspiegelung des Anrufenden, eine Polizeibeamtin oder ein Polizeibeamter zu sein, wird die oder der Geschädigte dazu veranlasst, Bargeld oder Wertsachen zum "Zwecke der Sicherung" zu übergeben."

Menschen werden unter Druck gesetzt

Bei den Betrugsfällen werden Bürgerinnen und Bürger unter anderem mit gefälschten Anrufen wie mit der Notrufnummer 110 oder auch mit vermeintlich echten automatischen Ansagen von Behörden wie Europol, Interpol oder dem Bundeskriminalamt in die Falle gelockt. Bei den Kontakten geht es etwa um angebliche Ermittlungen gegen die Angerufenen oder Verwandte wegen Problemen mit Bankkonten, Ausweisen oder Straftaten.

Wer keine Auskunft erteilt, dem wird nach Angaben von Ermittlern und Verbraucherschützern mit einer Haftstrafe gedroht. Die Betrüger forderten ihre Opfer auf, Geld auf Konten im Ausland oder Konten für Kryptowährungen zu überweisen.

dpa