Wo haben die Menschen im Saarland am meisten von ihrem Einkommen? Dafür sollte man nicht nur auf die Gehaltsabrechnungen schauen, sondern auch fragen, was sie sich an ihrem Wohnort davon leisten können. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat das auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte berechnet. Basis der Berechnungen sind Zahlen aus dem Jahr 2023 - aktuellere liegen den Autoren zufolge nicht vor.
Dabei hat das Institut ermittelt, dass die Kaufkraft im Landkreis St. Wendel auf Landesebene am höchsten ist. Zwar haben die Menschen aus dem Kreis nicht das höchste verfügbare Einkommen pro Kopf, doch die Lebenshaltungskosten liegen etwas mehr als fünf Prozent unter dem Durchschnitt.
Der Regionalverband Saarbrücken landet auf dem vorletzten Platz. Hier ist das verfügbare Einkommen pro Kopf geringer als in den meisten Landkreisen im Saarland. Gleichzeitig sind die Preise um gut minus vier Prozent auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.
Schlusslicht im Saarland bildet der Kreis Merzig-Wadern. Bei einem gleichen Preisniveau wie in Saarbrücken ist das verfügbare Einkommen landesweit am geringsten. Damit liegt der Kreis bundesweit unter den 20 Kreisen und kreisfreien Städten mit der geringsten Kaufkraft.
Wie schneidet das Saarland ab
Auf Bundesländerebene liegt das Saarland im unteren Mittelfeld auf Platz elf der Kaufkraft. An der Spitze liegt Bayern, auf dem letzten Platz Berlin.
Deutschlandweit liegt das baden-württembergische Heilbronn auf dem ersten Platz. Dort gehören die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen zu den höchsten in Deutschland, während die Lebenshaltungskosten gleichzeitig relativ normal sind.
Datenbasis
Basis der Auswertung ist eine aufwendige Datensammlung des IW Köln zu den regionalen Preisen in kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und Landkreisen in Deutschland, die die Forscher mit Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft haben. Beide beruhen auf Daten des Jahres 2023, weil vor allem für die Einkommen keine aktuelleren validen Zahlen vorliegen. Mit einer früheren Auswertung des IW Köln zum selben Thema sind die Daten nur eingeschränkt vergleichbar.