Das Saarland will Unternehmen und Startups gezielt bei der Wachstumsfinanzierung unterstützen - speziell in Zeiten, in den Neuansiedlungen und Großinvestitionen für neue Zuversicht im Land sorgten. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) präsentierte ein neues Förderpaket für den Mittelstand, das 65 Millionen Euro für Investitionen in Transformation und Innovation vorsieht. "Keine innovative Investition bei jungen, wachsenden Unternehmen, bei Mittelständlern oder dem Handwerk muss daran scheitern, dass keine Finanzierungsinstrumente da sind", sagte er vor Journalisten.
Die neuen Mittel verteilen sich auf drei zentrale Förderbausteine, die gemeinsam mit der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) umgesetzt werden. Das bisherigen Gründungs- und Wachstumsfinanzierungsprogramm wird erweitert: Für Investitionen etwa in Digitalisierung oder ökologische Modernisierung gewährt das Land künftig Zinsverbilligungen von bis zu einem Prozent pro Jahr. Dafür stehen sieben Millionen Euro bereit.
Neue Fonds mit europäischer Unterstützung
35 Millionen Euro fließen in Nachrangdarlehen von bis zu 1,5 Millionen Euro. Sie verbessern Bonität und Finanzierungsspielräume und kommen insbesondere technologie- und innovationsorientierte Unternehmen, Nachfolgen und Existenzgründungen zugrunde. Weitere 22,6 Millionen Euro stehen als Beteiligungskapital zur Verfügung: Beteiligungen zwischen 250.000 und 1,5 Millionen Euro stärken die Eigenkapitalbasis und richten sich vor allem an innovative, risikoreichere Vorhaben sowie Start-ups.
Beide Fonds werden im Rahmen des europäischen EFRE-Programms zu 60 Prozent aus Landes- und zu 40 Prozent aus EU-Mitteln finanziert.
"Wir sind, und das kann man mit Überzeugung sagen, finanzierungsseitig hier im Saarland so gut aufgestellt, wie wir es noch nie waren", sagte die SIKB-Vorsitzende Doris Woll. Gerade in Zeiten hoher Finanzierungskosten bräuchten die Unternehmen starke Partner, die Verantwortung mittragen. Mit den neuen Mitteln sei man nach Ansicht Barkes gut gewappnet für die Herausforderungen der Transformation.
Erste positive Zwischenbilanz
Ein positives Zwischenfazit zog der Wirtschaftsminister unter das 2025 gestartete Mittelstandspaket der Landesregierung in einem Umfang von 200 Millionen Euro. Nach nur einem Jahr zeige sich deutlich, dass die Programme in der Breite der Wirtschaft angekommen seien und die Instrumente greifen. Unter anderem seien für Investitionen in Digitalisierung bislang rund 400 Anträge gestellt und zwei Millionen Euro ausgezahlt worden. "Das geht wie geschnitten Brot", so Barke.
Im Bereich der Modernisierung und Nachhaltigkeit von Gastronomie und Hotellerie seien bislang 16 Anträge gestellt worden. Fast 3 Millionen Euro an Zuschüssen würden Investitionen von rund 6 Millionen Euro unterstützen. Zudem lägen bislang vier Anträge für den Innovationsbonus vor. Er hält 15 Millionen Euro bereit, um Mittelstands-Projekte mit der Forschung zu vernetzen.