Christopher Street Day
Schrauben und rechte Gruppen stören CSD in Wernigerode

Rund 350 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren am CSD in Wernigerode. (Archivbild) Foto: Matthias Bein/dpa
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Verteilte Schrauben, rechte Gruppen am Rand und ein mulmiges Gefühl bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Der CSD in Wernigerode verlief zwar friedlich, blieb aber nicht frei von Störungen.

Der Christopher Street Day (CSD) in Wernigerode ist von Störaktionen und einer angespannten Stimmung begleitet worden. Wie der Veranstalter auf Anfrage mitteilte, wurden entlang der Demonstrationsstrecke Schrauben verteilt, zudem zeigten rechte Gruppen Präsenz am Rande der Veranstaltung. Die Schrauben hätten zunächst eingesammelt werden müssen, bevor der Demonstrationszug die Strecke passieren konnte, sagte Falko Jentsch vom veranstaltenden CSD Magdeburg. Es habe sich um schwarze Schnellbauschrauben gehandelt, die auf dem Asphalt nur schwer zu erkennen gewesen seien. Nach seiner Einschätzung bestand dadurch ein Verletzungsrisiko für Teilnehmer und Fahrzeuge.

An dem Umzug beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren rund 350 Menschen. Der Demonstrationszug verlief zunächst dennoch ohne größere Zwischenfälle.

Rechte Gruppen zeigen Präsenz

Nach Angaben des Organisators versammelten sich zudem auf einer Brücke über einem Tunnel in der Stadt etwa 20 bis 30 Menschen aus dem rechten Spektrum. Sie hätten dort große Deutschlandflaggen gezeigt. Weitere kleinere Gruppen und einzelne Personen seien im Stadtgebiet unterwegs gewesen. 

Die Polizei war mit zahlreichen Kräften vor Ort und sicherte die Zugänge zur Demonstration ab. Die Vorfälle hätten bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein mulmiges Gefühl hinterlassen, sagte Jentsch. „Man merkt eine Anspannung.“

Zum Auftakt der Veranstaltung hielten nach Angaben des Veranstalters unter anderem Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha (SPD), Vertreter des Landkreises Harz sowie Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann (ebenfalls SPD) Grußworte. Nach dem Demonstrationszug war noch eine Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz geplant.

Erinnerung an Drohung im Vorjahr

Bereits im vergangenen Jahr hatte es vor dem CSD in Wernigerode eine mutmaßliche Gewaltdrohung gegeben. Gegen einen damals 20-Jährigen wurde wegen des Verdachts ermittelt, eine Straftat gegen die Veranstaltung angedroht zu haben. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden Ermittler zudem Munition. Der CSD selbst verlief damals friedlich.

Der Christopher Street Day erinnert an die Aufstände der queeren Community gegen Polizeirazzien in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. Die Veranstaltungen werben für die Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz queerer Menschen.

dpa