Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner setzt Dessau-Roßlau in diesem Frühjahr auf mehrere Methoden zugleich - darunter auch einen Hubschraubereinsatz. Für Anwohner bedeutet das zeitweise Sperrungen und mögliche Einschränkungen, wie die Stadt mitteilte.
Mehrere Methoden im Einsatz
Ab Ende April bis Anfang Juni sollen die Raupen möglichst früh bekämpft werden, noch bevor sie ihre gesundheitsgefährdenden Brennhaare entwickeln. Zum Einsatz kommen nach Angaben der Stadt ein Biozid sowie sogenannte Nematoden - winzige Fadenwürmer, die die Schädlinge abtöten.
In dicht besiedelten Bereichen werden die Bäume vor allem vom Boden aus behandelt. Dafür kommen Spezialgebläse auf Fahrzeugen zum Einsatz. Insgesamt geht es um etwa 6.000 Eichen im gesamten Stadtgebiet. In Gewässernähe setzt die Stadt statt des Biozids auf Nematoden, um Tiere im Wasser zu schützen.
Erstmals Drohnen im Einsatz
Neu ist in diesem Jahr der Einsatz von Drohnen. Damit sollen rund 90 schwer zugängliche Bäume behandelt werden, etwa in der Waldsiedlung Kochstedt. Bislang mussten Nester dort aufwendig von Hand entfernt werden.
Hubschrauber-Einsatz im Mai geplant
Zusätzlich ist Mitte Mai eine Bekämpfung aus der Luft vorgesehen. Ein Hubschrauber soll das Biozid über rund 80 Hektar Waldfläche vor allem im Osten und Süden Dessaus ausbringen. Der Einsatz dauert voraussichtlich einen Tag.
Wichtig für Anwohner: Die behandelten Flächen dürfen mindestens zwölf Stunden nach dem Einsatz nicht betreten werden. In dieser Zeit könnten Haut- oder Augenreizungen nicht ausgeschlossen werden. Entsprechende Bereiche und Wege werden gesperrt.
Gesundheitsrisiken durch Brennhaare
Der Eichenprozessionsspinner kann für Menschen zur Belastung werden. Die Raupen tragen feine Brennhaare, die Juckreiz, Hautausschläge, Augenreizungen und Atemprobleme auslösen können. Die Haare können auch über die Luft verbreitet werden. Experten raten, die Tiere und ihre Nester nicht zu berühren.
Kosten von rund 200.000 Euro
Für die Maßnahmen stehen laut Stadt rund 200.000 Euro zur Verfügung, ein Teil davon kommt vom Land Sachsen-Anhalt. Während der Einsätze kann es auch zu vermehrtem Hubschrauberlärm kommen.