Das Fest zum 100. Bauhaus-Jubiläum in Dessau erreicht mit der Eröffnung der zwei zentralen Ausstellungen am Wochenende seinen Höhepunkt. Zum Ausstellungsstart seien zusätzliche Präsentationen an historischen Orten geplant, die "die Stadt Dessau zur Bühne des Bauhauserbes macht", sagte Bauhaus-Direktorin Barbara Steiner. Die Ausstellung "Glas | Beton | Metall" ist bis 10. Januar 2027 im historischen Werkstattflügel des Bauhausgebäudes zu sehen, die Ausstellung "Algen | Schutt | CO2" bis zum 27. September 2026 im ehemaligen Kaufhaus Zeeck.
Das Festjahr in der Stadt mitten in Sachsen-Anhalt steht unter dem Motto "An die Substanz". In dieser Zeit will die Bauhaus-Stiftung vor allem einen Blick auf die unterschiedlichen Materialien werfen, die die Bauhäusler häufig verarbeitet, bearbeitet und weiterentwickelt haben. Die Anhängerinnen und Anhänger der Kunstschule entwarfen vor allem Möbel, Leuchten, Schmuck und Gebrauchsgegenstände.
Tanz, Führungen von Kuratoren und freier Eintritt
Die zentralen Jubiläumsausstellungen sollen Bauhaus-Arbeiten auch in den Kontext von Klimakrise und Ressourcenknappheit stellen. Außerdem sollen Ansätze gezeigt werden, wie Material, das während des Baus zu einem Abfallprodukt wird, zu neuer Ressource werden kann oder wie Kreislaufdenken angestoßen werden kann.
Nach der offiziellen Eröffnung der Ausstellungen soll es unter anderem Führungen der Kuratoren und Kuratorinnen geben. Zudem gibt es den Veranstaltern nach am Samstagabend den "Metallic Dance Club" in der Hochschule Anhalt.
Der Eintritt für die zentralen Ausstellungen ist am ersten Wochenende den Angaben nach frei. Programm ist unter anderem auch am historischen Arbeitsamt, am Stahlhaus und der Junkers-Lamellenhalle in Dessau geplant.
Doppeljubiläum zur Ankunft in Dessau vor 100 Jahren
Vor 100 Jahren war die 1919 von Architekt Walter Gropius (1883-1969) gegründete Kunstschule vom thüringischen Weimar nach Dessau gezogen. 1925 wurde der Grundstein für das Bauhaus in Dessau gelegt, am 4. Dezember 1926 wurde es eröffnet. In dieser Zeitspanne, 100 Jahre später, wird nun das Jubiläumsjahr gefeiert.
1932 zog die Kunstschule von Dessau nach Berlin, wo sie 1933 von den Nazis geschlossen wurde. Von Weimar, Dessau und Berlin aus strahlt die Schule jedoch bis heute in die ganze Welt.