Wegen der zahlreichen Versammlungen rund um den Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg wird das Stadtzentrum am Freitag und Samstag zu einer Sicherheitszone. In einer Allgemeinverfügung macht die Stadt strenge Vorgaben für Teilnehmer zu verbotenen Gegenständen und Kleidung sowie zur maximalen Lautstärke. Die Regelungen sollen der öffentlichen Sicherheit dienen sowie Teilnehmer, Anwohner und Einsatzkräfte schützen.
Verboten sind unter anderem Messer und andere Waffen, Baseballschläger oder Stahlrohre, Steine, Eier, Feuerwerk sowie Fackeln. Auch dürfen die Teilnehmer etwa durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten kein einschüchterndes oder gewaltbereites Erscheinungsbild erzeugen. Untersagt ist beispielsweise geschlossenes Marschieren im Gleichschritt. Lautsprecheranlagen dürfen 90 Dezibel nicht überschreiten, das entspricht in etwa der Lautstärke einer lauten Fabrikhalle. Bei Verstößen drohen ein Ausschluss von der Versammlung und gegebenenfalls strafrechtliche Konsequenzen.
Auch Bahnhöfe Neustadt, Friedrichstadt und Plauen in Zone
Das betroffene Gebiet umfasst neben der Altstadt auch große Teile der Stadtteile Neustadt, Friedrichstadt und Plauen. Die dortigen Bahnhöfe sind explizit einbezogen, da sich die Anreise der Teilnehmer aufgrund von Gleisbauarbeiten voraussichtlich nicht am Hauptbahnhof konzentriert. Es sei mit "damit einhergehenden Konfliktpunkten zu rechnen" zu rechnen, so die Landeshauptstadt.
Zerstörung Dresdens von Rechtsextremisten instrumentalisiert
Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber in Schutt und Asche gelegt worden. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren.
In diesem Jahr haben sie für kommenden Samstag zu einem "Trauermarsch" aufgerufen und dafür 1.000 Teilnehmer angemeldet. 2025 waren mehr als die doppelt so viele gekommen. Das Bündnis "Dresden Wi(e)dersetzen" organisiert Gegenprotest und erwartete mehrere Tausend Teilnehmer. Am Freitag finden mehrere Gedenkveranstaltungen statt, Höhepunkt ist die Bildung einer Menschenkette, die ein Zeichen gegen die Vereinnahmung setzen soll. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern.