2. Fußball-Bundesliga
Dynamos zweiter Anzug liefert: 2:0-Sieg in Nürnberg

Tom Baack (r, 1. FC Nürnberg) und Ben Bobzien (Dynamo Dresden) kämpfen um den Ball. Foto: Daniel Karmann/dpa
Tom Baack (r, 1. FC Nürnberg) und Ben Bobzien (Dynamo Dresden) kämpfen um den Ball. Foto
© Daniel Karmann/dpa
Viel spricht nicht für die Dresdner vor der Partie beim Club. Doch die Überzeugung in das eigene Leistungsvermögen versetzt im Frankenland Berge.

Dynamo Dresden hat dem Randale-Schock vom Hertha-Spiel und dem Ausfall von gleich vier wichtigen Stammspielern getrotzt und sich mit einer couragierten Leistung einen 2:0 (0:0)-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg verdient. Ein Eigentor von Henri Koudossou (55.) und ein Konter-Treffer von Ben Bobzien (83.) sorgten dafür, dass sich die Sachsen mit nunmehr 32 Punkten auf zwei Zähler von den Abstiegsrängen der 2. Fußball-Bundesliga absetzen konnten.

"So, wie wir auftreten, welche Intensität wir an den Tag legen, wie wir solch ein enges Spiel auf unsere Seite ziehen, da kann jeder Spieler stolz drauf sein", sagte Bobzien bei Sky. Und Trainer Thomas Stamm betonte, dass es ein Sieg und drei Punkte waren, mehr auch nicht. "Wir wussten, dass wir hier Punkte mitnehmen können, wenn wir unsere Leistung abrufen. Das ist uns gelungen. Wir haben gut nachverteidigt, das hatten wir uns vorgenommen", sagte der Dynamo-Coach.

Stamm musste seinen Maschinenraum Mittelfeld nahezu komplett umbauen. Kofi Amoako und Robert Wagner fehlten gelbgesperrt, Niklas Hauptmann verletzt. Auch Abwehrchef Thomas Keller musste passen. So gab es Einsatzchancen für Friedrich Müller in der Defensive sowie das Mittelfeldtrio Lukas Boeder, Tony Menzel und Luca Herrmann.

Dynamo nach Aufbaufehlern im Glück

Dynamo versuchte, in der Anfangsphase mit viel Ballbesitz und der Spielverlagerung in die gegnerische Hälfte Sicherheit zu gewinnen. Dabei boten sich durchaus Gelegenheiten, gefährlich zu werden, doch die Verantwortung für den Abschluss wurde immer weiter gegeben, so dass die Chancen verpufften.

Der Club wartete auf seine Möglichkeiten, die sich vor allem dann ergaben, wenn Dynamo im Spielaufbau zu unsauber arbeitete. Und das passierte schon in den ersten zehn Minuten häufiger, besonders durch die Innenverteidiger Müller und Julian Pauli. Über einen frühen Rückstand hätten sich die Dresdner deshalb nicht beschweren können.

Doch nach 18 Minuten hätte Dynamo in Führung gehen müssen. Müller kam nach dem zweiten Eckball am Fünfmeterraum völlig frei zum Kopfball, verzog aber. Auch Hermann (21.) hatte nach der nächsten Ecke eine gute Einschusschance, verzog jedoch ebenfalls.

Pauli entgeht nach Foul möglichem Platzverweis

Glück hatten die Sachsen, als Pauli im Sprint den schnellen Mohamed Ali Zoma (35.) zu Boden riss, der Pfiff von Schiedsrichter Felix Bickel aber ausblieb. In anderen Fällen wurde da auch schon mal auf Notbremse entschieden.

Insgesamt ließ Bickel viel laufen. Auch mehrere Kann-Elfmeter pfiff er nicht und der VAR griff nicht ein, da es keine klaren Fehlentscheidungen waren.

Zweite Halbzeit druckvoller

In der zweiten Halbzeit entwickelte der Club mehr Druck. Dynamo-Keeper Tim Schreiber musste im Gegensatz zur ersten Hälfte mehrfach eingreifen. Umso überraschender kam die Führung der Gäste. Vincent Vermeij und Menzel setzten sich im Zusammenspiel auf der rechten Seite durch, die flache Hereingabe des Niederländers drückte Koudossou slapstickartig vor dem heranstürmenden Ben Bobzien über die eigene Linie.

Der danach zu erwartende Nürnberger Angriffswirbel blieb zunächst aus. Dynamo konnte den Ball relativ weit vom eigenen Strafraum fernhalten. Als der Club in den letzten Minuten dann doch alles nach vorn warf, konterte Dynamo bilderbuchartig. Der eingewechselte Jakob Lemmer spielte einen feinen Pass in den Lauf von Bobzien, der nach innen zog und mit links abschloss. Die Entscheidung.

Faire Stimmung im Stadion

Nach den schweren Ausschreitungen vor einer Woche in der Partie gegen Hertha BSC blieb es im Max-Morlock-Stadion friedlich. Wegen einer Einstufung als Hochrisikospiel durfte die Arena nur mit 45.000 Zuschauern gefüllt werden, darunter 8.620 aus Dresden. Zwischen den rivalisierenden Fanblöcken gab es extra eingerichtete Pufferzonen. In der Nacht vor dem Spiel hatten sich mehr als 200 Anhänger beider Clubs laut Polizeiangaben zu einer Schlägerei an einem Gewerbegebiet in der Nähe von Eisfeld im Süden Thüringens verabredet. Die Polizei konnte die Schlägerei unterbinden.

dpa