Amokfahrt in Leipzig
Feuerwehr lobt Helfer: "Keine Gaffer-Mentalität"

Die Feuerwehr lobt Helfer nach der Amokfahrt in Leipzig. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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Keine Gaffer, sondern Helfer: Bei der Amokfahrt in Leipzig zeigen ganz normale Menschen, was im Ernstfall zählt. Wer spontan zum Lebensretter wurde und was die Feuerwehr besonders lobt.

Im Zuge der Amokfahrt in Leipzig hat die Feuerwehr den Einsatz der Passanten und Augenzeugen gelobt. Noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte waren alle Verletzten von Helfenden versorgt worden, sagte Branddirektor Axel Schuh in der MDR‑Sendung "Fakt ist!".

"Wir kamen ja quasi wenige Minuten nach Ereignis an die Einsatzstelle und es gab keinen Patienten, der unversorgt war. Also bei jedem Menschen, egal, wie schwer verletzt, waren Menschen und haben den betreut."

Keine "Gaffer-Mentalität" sondern sofortige Hilfe

Das seien zum Teil sehr fachkundige Menschen, auch Ärzte, die zufällig vorbeigekommen waren, ein Medizinstudent und auch ein Laienhelfer gewesen, die unmittelbar geholfen hätten, betonte Schuh. "Das war ein Stück weit phänomenal". Eine "Gaffer-Mentalität" hätten die Einsatzkräfte in Leipzig nicht erlebt.

Am Montagnachmittag war ein 33 Jahre alter Deutscher in Leipzig mit seinem Wagen in die Fußgängerzone gefahren und hatte mehrere Menschen mit seinem Auto erfasst. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben, sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden verletzt – ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau schwer. Nach der Tat mussten Polizeiangaben zufolge mehr als 80 Menschen betreut werden.

Erheblich verminderte Schuldfähigkeit

Der 33-Jährige wurde auf Anordnung eines Ermittlungsrichters in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht. Er habe den Erkenntnissen nach "im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit" gehandelt, hieß es. Er steht in dringendem Tatverdacht des zweifachen Mordes sowie des versuchten Mordes in vier Fällen.

In der Sendung schilderte ein Mann auch den Versuch, den Amokfahrer zu stoppen. Nachdem das Fahrzeug zum Stehen gekommen war, hätten mehrere Passanten den Wagen bis zum Eintreffen der Polizei umstellt, bestätigten die Ermittler.

dpa

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