Bildung Clemens drängt auf Daten zum kindlichen Entwicklungsstand

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens will verbindliche Daten zum Entwicklungsstand von Kindern, um bei Bedarf gezielt zu förde
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens will verbindliche Daten zum Entwicklungsstand von Kindern, um bei Bedarf gezielt zu fördern (Archivbild). Foto
© Jan Woitas/dpa
Nicht nur in Sachsen hinken immer mehr Kinder einer altersgemäßen Entwicklung hinterher. Das offenbaren Schuleingangsuntersuchungen. Nur frühzeitige Handeln kann Abhilfe schaffen.

Schlechte Ergebnisse bei Schuleingangsuntersuchungen rufen den sächsischen Kultusminister Conrad Clemens (CDU) auf den Plan. "Wir brauchen dringend eine verbindliche Erhebung des Sprach- und Entwicklungsstands bei Vierjährigen. Denn nur frühzeitiges präventives Handeln sichert eine gute frühkindliche Bildung vor dem Schuleintritt", erklärte er in Dresden. Dafür müsse man den kindlichen Entwicklungsprozess von ein bis zehn Jahren ganzheitlich in den Blick nehmen.

Minister will Gesetz zur Qualitätsentwicklung 

Nach den Worten von Clemens brauchen die Fachkräfte in den Kitas dabei Unterstützung. "Am besten wir machen das als Länder gemeinsam. Überall in Deutschland sehen wir die gleichen Herausforderungen. Der Bund sollte noch im ersten Quartal einen Entwurf für das Qualitätsentwicklungsgesetz vorlegen." Clemens hatte sich bei den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene für ein solches Gesetz stark gemacht. Dessen Ziele finden sich auch im sächsischen Koalitionsvertrag wieder.

Viele Kinder hinken einer altersgerechten Entwicklung hinterher

Recherchen der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung" hatten unlängst alarmierende Ergebnisse erbracht. Demnach hinken immer mehr Kinder einer altersgemäßen Entwicklung hinterher. Die Untersuchungen offenbarten, dass Fünf- bis Sechsjährige zunehmend Probleme beim Sprechen und Sehen sowie in der Motorik und beim Zählen haben. Zugleich stieg der Anteil von Kindern, für die eine Rückstellung oder der Besuch einer Förderschule empfohlen wird demnach. 

Für die Untersuchungen zum Schuljahr 2024/2025 wurden für insgesamt rund 6.000 der 36.800 getesteten Kinder eine Rückstellung (8,3 Prozent) oder eine Förderschule (8,0 Prozent) nahegelegt. Das stelle neue Höchstwerte dar. Bei 13.600 Kindern stellten Amtsärzte Auffälligkeiten fest, etwa Stottern oder Lispeln sowie Schwierigkeiten, Sätze zu bilden oder Worte richtig auszusprechen – das sind 37 Prozent. Diese Defizite hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen (2019: 34,8 Prozent), hieß es.

Kinderärzte sehen Handynutzung als großes Problem

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Mediziner beobachten die Entwicklung mit großer Sorge, erklärte Melanie Ahaus, Vize-Landesvorsitzende und Sprecherin des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen. "In den Familien wird viel weniger als früher gesprochen, werden seltener Geschichten erzählt oder vorgelesen – stattdessen werden die Kinder mit Smartphones oder Tablets ruhiggestellt."

dpa

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