Die Arbeiten an der maroden Agra-Brücke südlich von Leipzig schreiten voran. Von diesem Freitag an wird der gesamte Verkehr auf den östlichen Brückenzug verlegt, wie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mitteilte.
Für die neue Streckenführung war eine besondere Stützkonstruktion errichtet worden. Innerhalb kurzer Zeit wurden 408 Stützen eingesetzt, die die Last der Brücke von unten zusätzlich trägt und so die Standsicherheit gewährleistet. Dabei war die Brücke nach und nach auf die neuen Stützen gesetzt worden. Die Gesamtkosten für diese Vorarbeiten beliefen sich früheren Angaben zufolge auf rund 2,2 Millionen Euro. Der westliche Brückenzug ist dann bis auf weiteres gesperrt.
Abriss und Neubau bis 2031
Nach bisheriger Planung soll ab 2027 erst der westliche Brückenzug abgerissen und erneuert werden, ab 2029 dann der östliche. Bis 2031 soll der Neubau komplett stehen. Das Infrastrukturministerium hatte die Kosten auf rund 50 Millionen Euro beziffert. Sie werden vom Bund getragen. Über die Brücke führt die Bundesstraße 2.
Hennigsdorfer Stahl wie bei Carolabrücke
Die Agra-Brücke wurde 1976 erbaut und enthält sogenannten Hennigsdorfer Spannstahl – ein Material, das auch bei der eingestürzten Carolabrücke in Dresden verwendet worden war. Um das Bauwerk zu entlasten, dürfen seit Mitte November nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen über die Brücke fahren. Laut Ministerium passieren sie täglich rund 30.000 Fahrzeuge.