Konjunktur
Umfrage: sächsische Wirtschaft weiter im Krisenmodus

Der Energiepreisschock hat die ohnehin fragile Lage in der sächsischen Wirtschaft verschärft und die Erwartungen der Unternehmen
Der Energiepreisschock hat die ohnehin fragile Lage in der sächsischen Wirtschaft verschärft und die Erwartungen der Unternehmen weiter eingetrübt. (Symbolbild) Foto
© Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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Steigende Energiepreise, verhaltener Konsum und Jobabbau: Viele sächsische Unternehmen kämpfen mit der schwachen Wirtschaftslage. Was die aktuelle Frühjahrsumfrage offenlegt.

Die konjunkturelle Lage hat sich in der sächsischen Wirtschaft nach dem Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges spürbar eingetrübt. Der starke Anstieg der Energie- und Kraftstoffpreise nach den jüngsten geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten habe die ohnehin fragile wirtschaftliche Stimmung weiter belastet und bestehende Erholungshoffnungen zunichtegemacht. Das ist das Fazit der aktuellen Frühjahrskonjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern, an der sich den Angaben nach 1.697 Unternehmen mit mehr als 82.000 Beschäftigten beteiligten.

Viele Firmen sehen sich der Umfrage zufolge mit steigenden Kraftstoffpreisen, hohen Arbeitskosten, verhaltener Nachfrage und anhaltender Unsicherheit konfrontiert. Das führe zu einer angespannten Liquiditätslage: Kostenkontrolle dominiere die unternehmerischen Entscheidungen und geplante Investitionen würden vielerorts erneut zurückgestellt, hieß es. 29 Prozent der befragten Firmen planten mit sinkenden Budgets. Kapazitätserweiterungen seien nur noch in jedem fünften Unternehmen vorgesehen.

Hoffnung auf Erholung verpufft

In der Mehrzahl der Betriebe habe sich zudem die Ertragslage verschlechtert. Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen fielen verhaltener aus. Nur elf Prozent planten einen Personalaufbau, 22 Prozent rechneten dagegen mit einem Beschäftigungsrückgang. Die Unternehmen reagierten auf die schwache Konjunktur und die gestiegenen Kosten mit restriktiver Personalpolitik: Neueinstellungen werden zurückgestellt, freie Stellen bleiben länger unbesetzt, und in einzelnen Branchen ist bereits ein Personalabbau zu beobachten.

Ohne spürbare Entlastungen bei Kosten, Energiepreisen und Bürokratie sowie verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen drohe eher eine weitere Verfestigung der Wachstumsschwäche, als dass die erhoffte konjunkturelle Erholung komme, hieß es.

dpa