Die Leipziger Buchmesse öffnet an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) ihre Türen für das Publikum. Bis zum Sonntag präsentieren 2.044 Aussteller aus 54 Ländern ihre Neuheiten rund ums Buch. Bei der Messe und dem dazugehörigen Lesefestival "Leipzig liest" sind zahlreiche Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland live zu erleben.
Der Festakt zur Eröffnung der Messe am Vorabend war von Protesten gegen die Kulturpolitik des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos), geprägt. Er wurde von Teilen des Publikums ausgebuht, und seine Rede wurde immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen. Vor dem Veranstaltungsort hatten sich mehrere Hundert Menschen zu einer Demonstration versammelt.
Am Donnerstagabend wird Weimer in der Deutschen Nationalbibliothek bei einer Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit erwartet. Die Kritik an ihm hatte sich unter anderem an seiner Entscheidung entzündet, drei linke Buchläden wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu streichen. Weimer sagte, aus seiner Sicht müsse der Staat alle Extremisten gleichermaßen ablehnen: Rechte, Linke, Islamisten.
Am Nachmittag wird der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. In der Belletristik-Sparte können sich in diesem Jahr vier Frauen und ein Mann Hoffnungen auf die Auszeichnung machen. Nominiert sind Helene Bukowski: ("Wer möchte nicht im Leben bleiben"), Anja Kampmann ("Die Wut ist ein heller Stern"), Katerina Poladjan ("Goldstrand"), Elli Unruh ("Fische im Trüben") sowie Norbert Gstrein ("Im ersten Licht"). Der Preis wird außerdem in den Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben.
Leipziger Buchmesse