Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch ist mit dem Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) überreichte den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis am Samstagabend.
Das Kuratorium würdigte Andruchowytsch als eine der bedeutendsten literarischen und intellektuellen Stimmen der Ukraine. Sein Werk verbinde gesellschaftspolitische Schärfe mit feinem Humor, der sich auch gegen autoritäre Systeme richte. Die Laudatio hielt Katharina Raabe, Lektorin des Suhrkamp-Verlags für osteuropäische Literaturen.
Der 1960 geborene Autor wurde zunächst mit experimentell-satirischer Lyrik bekannt und wandte sich später verstärkt Prosa und Essays zu. Er erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. "In der Bezeichnung des aktuellen Preises mag ich am besten den Punkt mit der Einmischung – in gesellschaftliche wie politische Debatten natürlich. Und ich mische mich gern ein", wird Andruchowytsch in einer Mitteilung der Stadt zitiert.
Die Preisverleihung in Chemnitz bildet zugleich den Auftakt der 35. Tage der jüdischen Kultur. Damit knüpft die Stadt an die Biografie des in Chemnitz geborenen Schriftstellers Stefan Heym (1913–2001) an, dessen jüdische Herkunft und politisches Engagement prägend waren. Der Stefan-Heym-Preis wird seit 2008 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Amos Oz, Christoph Hein und Jenny Erpenbeck.