Sicherheit
Immer mehr Waffen in Sachsen - Kleiner Waffenschein gefragt

Der Kleine Waffenschein ist besonders beliebt. (Symbolbild) Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
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Mehr als 157.000 Waffen sind in Sachsen registriert. Das sind deutlich mehr als vor fünf Jahren. Warum eine Linken-Abgeordnete mit Sorge auf diese Entwicklung blickt.

In Sachsen gibt es immer mehr registrierte Waffen. Ende 2025 befanden sich rund 157.300 Waffen im Besitz der Bürger, wie aus dem Nationalen Waffenregister hervorgeht. Das sind fast 11.000 mehr als fünf Jahre zuvor (2020: rund 146.500). Allein im vergangenen Jahr kamen 1.700 Waffen hinzu. Die Zahl der Waffenbesitzer stieg um etwa 300 auf rund 32.800. Die "Freie Presse" berichtete. 

Erzgebirgskreis mit meisten Waffenerlaubnissen

Die Zahl der waffenrechtlichen Erlaubnisse, zu denen Waffenscheine oder Schießerlaubnisse zählen, nahm ebenfalls zu. Im vergangenen Jahr waren etwa 94.250 Erlaubnisse in Sachsen registriert, im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 1.500 weniger. Eine Person kann mehrere Erlaubnisse besitzen. 

Knapp 10.000 Erlaubnisse gibt es unterdessen im Erzgebirgskreis - das ist im Vergleich der kreisfreien Städte und Landkreise mit Abstand die höchste Zahl in Sachsen, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel hervorgeht. Die wenigsten Waffenerlaubnisse gibt es in Chemnitz (rund 4.200). 

Kleiner Waffenschein beliebt

Besonders beliebt ist nach wie vor der Kleine Waffenschein, der dazu berechtigt, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit zu tragen. 2025 stieg deren Zahl laut Innenministerium um knapp 460 auf rund 25.200 zum Jahresende. Hier liegt Leipzig mit gut 3.600 vorn.

"Die Entwicklung betrachte ich schon länger mit Sorge, denn mit wachsendem Interesse etwa am Schießsport ist sie kaum zu erklären", sagte Nagel der "Freien Presse". "Bei der individuellen Aufrüstung schlagen sich stattdessen verbreitete Unsicherheitsgefühle nieder." Diese stimmten aber nicht unbedingt mit der tatsächlichen Kriminalitätslage überein.

Fast 150 Berechtigungen entzogen

In knapp 150 Fällen entzogen die Behörden im vergangenen Jahr waffenrechtliche Erlaubnisse. Besonders der Landkreis Zwickau war betroffen (40). Meist war fehlende Zuverlässigkeit der Grund. In acht Fällen handelte es sich bei den Betroffenen um Rechtsextremisten, in sechs Fällen um "Reichsbürger" oder Selbstverwalter. 

Insgesamt prüften die Behörden in Sachsen rund 23.000 Mal die Zuverlässigkeit der Erlaubnisinhaber. Bei etwa 1.200 Waffenbesitzern wurden bei überwiegend unangemeldeten Kontrollen der Aufbewahrung von Schusswaffen knapp 200 Verstöße festgestellt.

dpa