Auswilderung
Verschollene Luchsin Vreni taucht mit Jungtier im Wald auf

Die Luchsin Vreni wurde im August 2024 im Thüringer Wald ausgewildert, kurz darauf fiel ihr GPS-Sender aus. Foto: Luchs Thüringe
Die Luchsin Vreni wurde im August 2024 im Thüringer Wald ausgewildert, kurz darauf fiel ihr GPS-Sender aus. Foto
© Luchs Thüringen/BUND Landesverband Thüringen/dpa

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Monatelang blieb Vreni spurlos verschwunden – jetzt taucht sie mit Nachwuchs im Thüringer Wald auf. Warum das für den Artenschutz ein echter Durchbruch ist.

Lange galt sie als verschollen, nun ist sie im Thüringer Wald wieder aufgetaucht - und zwar nicht allein: Auf aktuellen Wildkamera-Bildern streift die junge Luchsin Vreni gemeinsam mit ihrem Nachwuchs in der Nähe von Ilmenau durch die Nacht. Für das Artenschutzprojekt "Luchs Thüringen" ist das eine echte Sensation, denn seit ihrer Auswilderung im August 2024 galt Vreni als verschollen, wie der Thüringer Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mitteilte. 

Der Sender an ihrem Halsband war kurz nach ihrer Freilassung ausgefallen, danach verlor sich jede Spur. Erst jetzt konnten Fachleute die Luchsin auf Fotofallen-Aufnahmen anhand ihrer Fellzeichnung eindeutig erkennen. Auf einer Aufnahme folgt ihr dicht ein fast ausgewachsenes Jungtier. Es ist laut BUND der erste dokumentierte Fortpflanzungserfolg einer im Thüringer Wald ausgewilderten Luchsin.

"Wir sind überglücklich, dass Vreni noch am Leben ist", freut sich der Luchsexperte Markus Port von BUND Thüringen. Die Entdeckung der Luchsin mit ihrem Jungtier sei für ihn eine der "Sternstunden" des Artenschutzprojekts gewesen.

Das Jungtier dürfte den Angaben zufolge im Frühjahr 2025 geboren worden sein und ist inzwischen fast ausgewachsen. Damit habe sich die etwa zweijährige Luchsin bereits im ersten Jahr nach ihrer Auswilderung erfolgreich fortgepflanzt. Luchse bringen normalerweise einmal jährlich zwei bis vier Junge zur Welt. Für die Artenschützer ist das ein wichtiger Erfolg beim Versuch, die Raubkatzen dauerhaft wieder im Thüringer Wald anzusiedeln.

Vom Wildnispark in die Freiheit

Auf die Spur von Vreni war das Projektteam nach eigenen Angaben zunächst durch Bilder einer privaten Wildkamera gekommen. Anschließend wurden zusätzliche Fotofallen installiert. Unterstützt wurde die Suche unter anderem von Jagdpächtern, Waldbesitzern und Mitarbeitern der Landesforstanstalt.

Vreni stammt aus dem Wildnispark Langenberg bei Zürich und wurde 2023 geboren. Nach Angaben des Projekts ist sie die erste in menschlicher Obhut geborene Luchsin, die in Deutschland nach einer Auswilderung im Freiland Nachwuchs bekommen hat. Für die Naturschützer ist das mehr als nur eine schöne Tiergeschichte. Der Nachwuchs gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer stabilen Luchspopulation im Thüringer Wald – als Verbindung zwischen den Beständen im Harz und im Bayerischen Wald.

dpa