Statistik
Arbeit verteilt sich in Thüringen auf weniger Schultern

Mit 1.507 Stunden wurden die meisten Arbeitsstunden je erwerbstätige Person 2025 in Thüringen erneut im Baugewerbe erbracht. (Sy
Mit 1.507 Stunden wurden die meisten Arbeitsstunden je erwerbstätige Person 2025 in Thüringen erneut im Baugewerbe erbracht. (Symbolbild) Foto
© Soeren Stache/dpa
Im Thüringer Baugewerbe wird am meisten gearbeitet, doch gerade dort sinkt die Arbeitszeit pro Kopf. Wie sich Mehrarbeit und Teilzeit auf die Branchen auswirken.

In Thüringen leisten weniger Erwerbstätige die Arbeit – und sind im Schnitt etwas länger tätig: Während die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr im Freistaat sank, stieg die durchschnittliche Arbeitszeit pro Kopf leicht an, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Demnach erhöhte sich 2025 im Vergleich zu 2024 die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen um drei auf 1.363 Stunden. Gleichzeitig ging jedoch die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 Prozent zurück, sodass die höhere Pro-Kopf-Arbeitszeit den Rückgang beim Gesamtvolumen nicht ausgleichen konnte.

Laut der Statistik wurden im vergangenen Jahr in Thüringen insgesamt rund 1,4 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Das entspricht einem Minus von 0,9 Prozent beziehungsweise etwa 12 Millionen Stunden im Vergleich zum Jahr zuvor. Damit sei die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden bereits das vierte Jahr in Folge gesunken, hieß es.

In welchen Branchen sanken die Arbeitsstunden?

Besonders deutlich fiel das Minus im verarbeitenden Gewerbe aus. Dort sank das Arbeitsvolumen um 3,1 Prozent beziehungsweise rund neun Millionen Stunden. Auch im Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen wurde ein Rückgang um 2,5 Prozent (etwa 5 Millionen Stunden) verzeichnet. 

Zuwächse gab es hingegen im Dienstleistungssektor sowie im Bereich Erziehung und Gesundheit. Dort habe ein Anstieg der Erwerbstätigenzahl sowie eine höhere Arbeitszeit je Erwerbstätigen zu einem Plus beim Arbeitsvolumen von 1,6 Prozent beziehungsweise rund acht Millionen Stunden geführt.

Meisten Arbeitsstunden auf dem Bau

Die im Schnitt meisten Arbeitsstunden pro Kopf leisteten Erwerbstätige erneut im Baugewerbe mit 1.507 Stunden. Allerdings habe es in der Bauwirtschaft gleichzeitig mit 1,2 Prozent auch den stärksten Rückgang der Arbeitszeit pro Kopf im Vergleich zum Vorjahr gegeben, hieß es weiter. Am niedrigsten fiel die Arbeitszeit je Person demnach mit 1.304 Stunden in den Bereichen Handel, Verkehr, Lagerei, sowie Gastgewerbe, Information und Kommunikation aus. 

Die Unterschiede zwischen den Branchen erklären sich vor allem durch den unterschiedlichen Anteil von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung sowie durch Faktoren wie Mehrarbeit, Kurzarbeit und krankheitsbedingte Ausfälle.

dpa