Welterbestätte
"Witwen-Schlösschen" von Herzogin Anna Amalia wieder offen

Im frisch sanierten Wittumspalais wird ein frisch saniertes, lebensgroße Gemälde gezeigt, auf dem Anna Amalia und ihre Söhne dar
Im frisch sanierten Wittumspalais wird ein frisch saniertes, lebensgroße Gemälde gezeigt, auf dem Anna Amalia und ihre Söhne dargestellt sind. Foto
© Martin Schutt/dpa

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Nach längerer Sanierungszeit können Interessierte in Weimar wieder das zum Welterbe gehörende Wittumspalais besuchen und nicht nur einen Blick in die gute Stube von Herzogin Anna Amalia erhaschen.

Besucher können wieder den früheren barocken Stadtwohnsitz von Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach besichtigen. Das zum Unesco-Welterbe zählende Wittumspalais im Zentrum Weimars war wegen Sanierungsarbeiten zehn Monate lang fürs Publikum geschlossen. Das Gebäude war Witwensitz von Herzogin Anna Amalia und zu ihren Lebzeiten Zentrum des gesellschaftlichen und literarischen Lebens.

Die Wiedereröffnung feiert die Klassik Stiftung Weimar laut Mitteilung mit einem zweitägigen Bürgerfest bis einschließlich 1. Mai bei freiem Eintritt. Zudem eröffnen zwei Ausstellungen mit Bezug zu der für Weimar prägenden Herzogin.

Anna Amalia (1739-1807) kaufte das Palais 1774 und zog ein, weil ein Feuer das Residenzschloss unbewohnbar hinterlassen hatte. In dem "Witwen-Schlösschen" lebte die Herzogin, die früh ihren Gemahl verloren hatte, bis zu ihrem Tod. Illustre Personen der Weimarer Klassik trafen sich dort zum Gedankenaustausch - auch Dichter, Denker und Staatsmann Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war darunter.

Was die Ausstellungen zeigen

Im Wittumspalais selbst wird bis 13. September in der Ausstellung "Das wahre Gesicht der Anna Amalia – eine verborgene Malerei der Barbara Rosina de Gasc" das Leben der Herzogin aufgegriffen. Höhepunkt der Schau ist ein frisch restauriertes, lebensgroßes und laut Stiftung in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Gemälde Anna Amalias und ihrer Söhne.

In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek können Besucher bis zum 30. Oktober im umgestalteten Studienzentrum durch die Präsentation "Öffentlich machen! Das ABC der Herzogin Anna Amalia Bibliothek" nachvollziehen, "wie sich aus der einst herzoglichen Büchersammlung eine öffentliche Kultur- und Forschungsinstitution entwickelte, die Wissen und Austausch ermöglicht."

Was im Schlösschen passierte – und noch passiert 

Zur Sanierung des Wittumspalais gehörte, das Stadtschloss statisch zu sichern und der Fassade den hell-beigen Farbton zurückzugeben, den es nach den restauratorischen Untersuchungen um 1800 trug. Im Festsaal werden noch historische Malereien restauriert. Dieser bleibt daher noch für Besucher geschlossen, soll aber im Laufe des Jahres geöffnet werden. Die Baumaßnahmen kosteten laut Stiftung etwa eine Million Euro.

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dpa