Rom Papst kehrt in den Vatikan zurück

Nach mehr als zwei Wochen im Krankenhaus kehrt Papst Johannes Paul II. wieder in den Vatikan zurück. Erstmals nach seiner Luftröhrenoperation war der Papstes wieder öffentlich zu hören.

Nach 18 Tagen im Krankenhaus sollte Papst Johannes Paul II. noch am Sonntagabend in den Vatikan zurückkehren. Dies sei in Absprache mit den Ärzten des 84-jährigen Kirchenoberhauptes beschlossen worden, teilte Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro-Valls am Mittag mit; die Rückkehr wurde gegen 18.00 Uhr erwartet. Zuvor hatte der Papst nach dem traditionellen Angelus-Gebet erstmals wieder öffentlich zu den Gläubigen gesprochen. Mit rauer, aber verständlicher Stimme richtete er vom Fenster seines Zimmers in der römischen Gemelli-Klinik einige Grußworte an die zahlreichen Menschen, die sich vor dem Krankenhaus versammelt hatten.

Dank an die Gläubigen

"Liebe Brüder und Schwestern, danke für Euren Besuch", sagte der erholt wirkende Pontifex. Bei diesen ersten live vom Fernsehen übertragenen Worten des Papstes brandete stürmischer Applaus auf. Zuvor hatten sich Spekulationen gehäuft, der Papst könnte nach seiner Luftröhrenoperation am 24. Februar künftig kaum noch sprechen.

Johannes Paul II. dankte zudem in einer auf dem Petersplatz vom Kuriengeistlichen Erzbischof Leonardo Sandri verlesenen Botschaft den Medienvertretern. Er wisse um die Opfer, die sie in ihrem Beruf brächten, "damit die Gläubigen in aller Welt sich mir näher fühlen und mich mit ihrer Zuneigung und ihren Gebeten begleiten können", hieß es in der Botschaft. Der Papst verfolgte das von Sandri verlesene Angelus-Gebet erneut im Fernsehen in der Klinik.

"Es lebe Wadowice!"

Vor dem Krankenhaus hatte sich auch eine Gruppe polnischer Gläubiger aus der Geburtsstadt des Papstes - Wadowice - versammelt. "Es lebe Wadowice!", grüßte der Pontifex seine Landsleute. "Allen einen schönen Sonntag und eine gute Woche", schloss er seine kurze Rede ab und segnete die Gläubigen mehrfach mit der Hand.

Medien berichteten, dass anlässlich des 85. Geburtstages des Papstes am 18. Mai ein Gipfel des Apenninen-Gebirgszuges in Italien auf den Namen "Johannes Paul II." getauft werden soll. Die Stadt Rom plant für die Geburtstags-Feierlichkeiten zudem ein Riesenfeuerwerk.

Eine am Samstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Polis im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass jeder zweite Bundesbürger den Kirchenführer für einen "bedeutenden Papst mit historischen Verdiensten" hält. Ein gutes Viertel der Befragten (27 Prozent) meinte, Karol Wojtyla sei ein "durchschnittlicher Papst", nur 8 Prozent halten ihn für "unbedeutend".


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