Altersdepression
Nach Selbstmordversuch gibt Wolfgang Grupp seine Waffe ab

Wolfgang Grupp
Wolfgang Grupp hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Damals litt er an Altersdepressionen
© Marijan Murat/ dpa

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Wolfgang Grupp hat nach seinem Suizidversuch seine Waffe abgegeben und den Jagdschein verloren. Heute bedauert er die Tat zutiefst.

Nach seinem Suizidversuch hat der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp Konsequenzen gezogen. „Mein Revolver, den ich aus Sicherheitsgründen hatte, ist nicht mehr da“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. „Mein Sohn hat ihn unter Verschluss.“ Auch seinen Jagdschein habe er nicht mehr. 

Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres einen Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, hieß es in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Er bedauere sehr, was geschehen sei, und würde es gerne ungeschehen machen, hatte der Unternehmer geschrieben. 

Wolfgang Grupp erhielt viele Zuschriften

Er habe den Schritt sofort bereut und sprach von einer belastenden Phase nach der Übergabe des Unternehmens, in der er sich vorgemacht habe, nicht mehr gebraucht zu werden, sagte Grupp.

Er nehme inzwischen Medikamente und arbeite weiterhin im Unternehmen mit – wenn auch mit geringerer Belastung. Die Verantwortung liege heute bei seinen Kindern. Mehr als 2000 Zuschriften habe er nach dem Suizidversuch erhalten, viele davon von Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befunden hätten. „Das hat mich sehr bewegt.“

Der Unternehmer war kürzlich wieder in den Schlagzeilen, weil er sich für eine automatische Kopplung von Renteneintritt und Lebenserwartung ausgesprochen hat. „Wenn wir älter werden, dann müssen wir auch länger arbeiten“, sagte der frühere Trigema-Chef in einem Interview. Sein Vorschlag: Wer später geboren ist und statistisch länger lebt, sollte entsprechend länger arbeiten. Steige die Lebenserwartung, müsse auch die Arbeitszeit entsprechend steigen, so der 84-Jährige. Grupp kritisierte, dass diese „Logik“ politisch kaum diskutiert werde. Es könne nicht sein, dass man einfach immer länger Rente bekomme. Als Berater sei er auch mit 84 Jahren noch täglich im Büro.  

DPA
akr