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Akute Nesselsucht: Wenn es plötzlich juckt

Treten auf der Haut unvermittelt juckende Quaddeln auf, sind das oft Symptome einer akuten Nesselsucht. Doch so schnell, wie der Ausschlag kommt, verschwindet er oft wieder - meist ohne Behandlung.

Nesselsucht

Wenn's plötzlich juckt: Nesselsucht

In den meisten Fällen ist die spontane Nesselsucht eine akute, die laut Definition nicht länger als sechs Wochen anhält. Häufig verschwinden die Quaddeln nach drei bis sieben Tagen, manchmal sind sie schon nach einem Tag verheilt, weshalb es den Ärzten oft schwer fällt, den tatsächlichen Auslöser für diese Urtikariaform zu finden. Sie kommt bei Menschen aller Altersgruppen vor, besonders häufig aber bei jüngeren Erwachsenen. Studien zufolge lösen vor allem Infekte der oberen Atemwege und pseudoallergische Reaktionen auf Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) eine akute Nesselsucht aus. Lebensmittel spielen bei Erwachsenen eher eine untergeordnete Rolle, bei Kindern unter 16 Jahren sind sie noch in 15 Prozent der Fälle dafür verantwortlich. Nur bei Säuglingen ist es anders: Wenn sie unter einer Urtikaria leiden, liegt es vor allem an Kuhmilch.

Symptome: von Juckreiz bis Atemnot

Eine akute Nesselsucht ist leicht zu erkennen: Plötzlich treten Quaddeln auf der Haut auf, die wenige Millimeter oder handflächengroß sein können, entweder an einer bestimmten Stelle oder am ganzen Körper. Außerdem wird die Haut rot und juckt sehr stark. Gelegentlich können auch Fieber, Übelkeit, Luftnot und Schluckbeschwerden entstehen. Lassen Sie sich dann sofort in eine Notfallaufnahme bringen oder den Notarzt kommen.

Diagnose: wenig Arbeit für den Arzt

In allen Fällen heilt die akute Nesselsucht von selbst aus, deshalb ist eine symptomatische Therapie ausreichend. Manchmal ist der Grund offensichtlich, etwa wenn die Nesselsucht bei einer Erkältung oder Grippe auftritt oder nach Einnahme eines Medikaments. Weitere Untersuchungen wird er nur durchführen, wenn er einen konkreten Verdacht für einen bestimmten Auslöser hat.

So ein plötzlicher Schub von akuter Nesselsucht kann Betroffene sehr quälen. Auch das Wissen, dass der Juckreiz von allein wieder aufhört, hilft kaum. Der Hautarzt kann zur Linderung Allergietabletten, so genannte Antihistaminika, verschreiben. Die helfen meist sofort. Kortisontabletten sind ebenfalls wirksam. Da sie aber starke Nebenwirkungen haben können, werden sie frühestens nach ein bis zwei Wochen eingesetzt und nur, wenn sich die Nesselsucht verschlimmert hat oder mit schweren Beschwerden einhergeht, etwa mit Schluck- und Atembeschwerden oder Angioödemen.

Sarah Schelp
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?