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Phänologische Sofortmelder: Pollenflug per Postkarte

Sie melden alles, was in der Natur vor sich geht, vom Austreiben der Haselsträucher im Vorfrühling bis zum Fallen der Blätter im Spätherbst: Ehrenamtliche Helfer sind wichtig, um den Pollenflug vorhersagen zu können.

"In einem Jahr wie heuer kommt man oft mit dem Schauen nicht mehr mit", stöhnt Josef Reßle. Der 76-jährige Schongauer ist einer von rund 400 "phänologischen Sofortmeldern" im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und trägt damit entscheidend zur Erstellung der für Allergiker wichtigen Polleninformationen bei.

"Aus diesen Meldungen erkennen wir, wo es losgeht mit dem Pollenflug", sagt Klaus Bucher, Leiter des DWD-Referats für Biometeorologie in Freiburg. Zusammen mit den Ergebnissen aus bundesweit 45 Pollenmessstationen und den Vorhersagen der Meteorologen ist es den Experten möglich, Prognosen über Flug und Intensität der kleinen Plagegeister zu erstellen.

Bericht per Postkarte

Sofortmelder Reßle ist zum Glück nicht allergisch. "Sonst könnte ich das gar nicht machen." Denn phänologischer Beobachter zu sein, bedeutet vor allem eines: rauszugehen in die Natur und damit ganz nah ran an die Auslöser für triefende Nasen und juckende Augen. Seit 26 Jahren unterrichtet der frühere Biobauer den Wetterdienst per Postkarte akribisch über die Vegetation. Vom Austreiben der Haselsträucher im Vorfrühling bis zum Fallen der Blätter im Spätherbst entgeht dem naturverbundenen Mann nichts. "Das ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen."

"Vor allem im Frühjahr muss man aktiv sein. Da kann man nicht vier Wochen in Urlaub fahren", sagt der rüstige Rentner. "Da muss man an einem Tag schon mal fünf bis sechs Postkarten schreiben, wenn der Höhepunkt der Vegetation erreicht ist." Zu Fuß oder "schön gemütlich vom Radl aus" durchstreift er bei Wind und Wetter sein Beobachtungsgebiet - ehrenamtlich. Schwierigkeiten bereitet ihm vor allem lang anhaltender Regen. "Da waschelt's die ganzen Blüten runter und man kann gar nichts mehr feststellen."

Pflanzen blühen immer früher

Zusätzlich zu den Sofortmeldungen hält Reßle seine Beobachtungen in einem Tagebuch fest, das ihm der Wetterdienst ebenso wie den mehr als 1400 anderen Freiwilligen in Deutschland zur Verfügung stellt. "Da muss man sich langsam einarbeiten", erzählt Reßle, denn eine persönliche Einweisung durch den DWD erfolgt nicht. "Im Lauf der Jahre hab' ich schon noch die eine oder andere Pflanze kennen gelernt." Die Daten aus dem Tagebuch werden jeweils zum Jahresende in eine Liste übertragen und an den Wetterdienst übermittelt.

Einschließlich des Beobachtungsjahres 2005 verfügt der DWD dank eifriger Beobachter wie Reßle über nunmehr 55 Jahre flächendeckende Beobachtungsreihen aus allen Bundesländern und damit eigenen Angaben zufolge über die "weltweit größte Menge an phänologischen Beobachtungsdaten". Und deren Nutzen ist mit der Erstellung von Pollenflugvorhersagen noch lange nicht erschöpft.

Neben wichtigen Informationen für Landwirte wie etwa Prognosen zum Eintreten von Pflanzenkrankheiten lassen die Daten auch Schlüsse auf die Klimaentwicklung zu. "In den letzten 20 Jahren hat sich der Blühbeginn der Pflanzen um bis zu eine Woche vorverlagert", hat Biometeorologe Bucher festgestellt. "Der Trend geht eindeutig in Richtung Erwärmung." Für Allergiker sind das schlechte Nachrichten. Denn je eher die Pflanzen blühen, desto früher beginnt ihre Leidenszeit.

Ursula Quass/DPA / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(