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AOK-Studie: Medikamente können krank machen

Jede sechste Arzneimittelverordnung birgt laut einer neuen Studie der AOK das Risiko unerwünschter Wechselwirkungen. Dabei gehören vor allem ältere Patienten zur Risikogruppe.

Viele Patienten gehen mit ihren Arzneimitteln laut einer neuen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) das Risiko von Wechselwirkungen ein. Jede sechste Verordnung berge die Gefahr, dass die Pille unerwünscht mit anderen Mitteln zusammenwirkt, geht nach Angaben der "Rheinischen Post" aus der Erhebung hervor. Ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen seien besonders gefährdet, vor allem Pflegeheimbewohner.

In drei von tausend Fällen verschrieben die Ärzte sogar einen Pillen-Mix, der lebensbedrohlich sein könne. In 3,5 Prozent der Fälle wurden Kombinationen mit dem Risiko schwerer Folgen verordnet. Ausgewertet wurden demnach die rund 65 Millionen verordneten Verpackungen für die 24 Millionen AOK-Versicherten aus dem ersten Quartal 2012. Pflegeheimbewohner bekommen laut AOK teilweise Dosierungen und Kombinationen, die unter Körperverletzung fielen.

Besonders ältere Patienten sind gefährdet

Die hohe Verschreibungsrate bei älteren Patienten erhöht auch nach bisherigen Studien das Risiko, dass Arzneimittel selbst zur Ursache von Krankenhauseinweisungen werden. Nach Angaben des Kieler Pharmakologen Ingolf Cascorbi sind sieben Prozent aller Krankenhausaufnahmen arzneimittelbedingt.

Auch während der stationären Behandlung stellen laut Cascorbi unerwünschte Arzneiwirkungen ein teils vermeidbares Problem dar - besonders auch falsche Dosierungen, speziell bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Ärzten wird immer wieder vorgeworfen, sie fragten ihre Patienten zu wenig, was sie neben den verschriebenen Medikamenten sonst noch kaufen und einnehmen, beispielsweise auch rezeptfreie Mittel. Verschiedene Arzneimittelreports berichteten wiederholt von spürbaren Anteilen riskanter oder unnötiger Medikamente im Gebrauch der Bundesbürger.

mme/DPA / DPA
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