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News zur Coronavirus-Pandemie: Spanien will im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen

In Deutschland und Europa werden die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus schrittweise gelockert, die Fallzahlen steigen zurzeit nur moderat an. Anders dagegen in Brasilien: Das Land droht, zum neuen Zentrum der Pandemie zu werden. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Der Playa de Levante-Strand in Benidorm, Spanien

Der Playa de Levante-Strand in Benidorm, Spanien

Getty Images

Brasilien wird mehr und mehr zu einem Schwerpunkt der Coronavirus-Pandemie. Das Land hat einen weiteren Anstieg der Infektionen mit dem Errreger Saras-CoV-2 zu verzeichnen und liegt jetzt nach den USA auf dem zweiten Platz weltweit. In dem südamerikanischen Land wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 330.890 Infektionen registriert. mindestens 21.048 Menschen starben (Stand der Daten: Samstagmorgen, 8 Uhr).

Auch in Deutschland steigt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen weiter an, wenn auch vergleichsweise moderat. Insgesamt wurde bei 197.710 Menschen das Coronavirus nachgewiesen, 8228 starben.

Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Unviersität 338.232 Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion, bei mehr als fünf Millionen Infizierten.

Die wichtigste Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • Todeszahl in New York erstmals wieder zweistellig (18.35 Uhr)
  • Spanien will im Juli ausländische Touristen ins Land lassen (15.24 Uhr)
  • "Sehr dynamisches Geschehen" – offenbar zahlreiche Infektionen nach Gottesdienst in Frankfurt (9.38 Uhr und 13.57 Uhr)
  • Corona-Ausbruch in Restaurant im Landkreis Leer (8.37 Uhr)
  • US-Autovermieter Hertz meldet Insolvenz an (8.37 Uhr)
  • Mehr als 100.000 Menschen in Afrika infiziert (8.31 Uhr)
DPA / AFP

Die Coronakrise: News von Samstag, 23. Mai

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat am Samstag nach seiner 14-tägigen häuslichen Quarantäne wieder das Mannschaftstraining aufgenommen. "Als Fußballer freust du dich einfach, wenn du nach all den kleinen und großen Einschränkungen in den vergangenen Wochen und Monaten endlich wieder als Mannschaft zusammen auf dem Platz stehen und den Ball am Fuß haben darfst", erklärte Trainer Markus Kauczinski in einer Vereinsmitteilung. "Und genau das haben die Jungs während der Einheit auch ausgestrahlt."

    Nach einer kurzen Besprechung absolvierte das Zweitliga-Schlusslicht eine rund 90-minütige Einheit in Vorbereitung auf den Neustart am 31. Mai gegen den VfB Stuttgart. Die nächste Einheit ist für Sonntag (15.00 Uhr) geplant. Ab Montag bezieht Dynamo das vorgeschriebene einwöchige Quarantäne-Trainingslager in einem Dresdner Hotel, wo sich die Sachsen auf die kommenden neun Partien in 29 Tagen vorbereiten werden. Das Dresdner Gesundheitsamt hatte nach mehreren positiven Coronatests am 9. Mai eine 14-tägige häusliche Quarantäne für das gesamte Team angeordnet.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. "Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Rede an die Nation. "Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen", erklärte der sozialistische Politiker.

    Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte. Zuletzt war der Druck von Unternehmern und der konservativen Opposition größer geworden. Sie werfen Sánchez vor, die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den Ruin zu treiben.

    Spanien hat zwar mit einer schrittweisen vorsichtigen Lockerung des Lockdowns begonnen. Das Parlament hat aber jüngst auf Antrag der Regierung den seit Mitte März geltenden Notstand bis zum 6. Juni verlängert. Eine weitere Verlängerung um mindestens zwei Wochen werde erwogen, sagte Sánchez. Der Vier-Phasen-Deeskalations-Plan der Regierung soll erst Ende Juni zu gehen. Erst dann werden die Spanier den Plänen zufolge auch ihre Provinz verlassen dürfen.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann sieht wegen der Corona-Fälle nach einer Restaurant-Wiedereröffnung im Kreis Leer keine Notwendigkeit, vom Lockerungskurs abzurücken. "Nach ersten Erkenntnissen ist das Infektionsgeschehen nicht auf einen normalen Restaurantbesuch zurückzuführen, stattdessen wurde dort offenbar eine private Party gefeiert", sagte Reimann am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Der betroffene Gaststätten-Besitzer betont, Abstands- und Hygieneregeln seien an dem Abend eingehalten worden.

    Ministerin Reimann sagte, das Land habe immer darauf hingewiesen, dass die Corona-Lockerungen mit einem gewissen Risiko verbunden seien. "Wir werden Ansteckungen auch in Zukunft nicht vollständig verhindern können", sagte Reimann. Entscheidend sei in einem solchen Fall, dass von den Behörden vor Ort konsequent alle Kontakte nachverfolgt würden, um das Infektionsgeschehen so eng wie möglich einzugrenzen. "Genau das passiert nun im Landkreis Leer", betonte die Ministerin.

    In einer Gaststätte in der Gemeinde Moormerland im Kreis Leer waren wenige Tage nach einem Eröffnungsabend am 15. Mai mehrere Gäste und der Wirt positiv auf das Coronavirus getestet worden, auch bei drei Freunden des Besitzers wurde das Virus inzwischen nachgewiesen.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Die spanischen Fußball-Profiligen dürfen ab dem 8. Juni den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Das gab Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Rede an die Nation bekannt. Die Erlaubnis gilt für die Primera División und auch für die zweite Liga. Nach den bisherigen Plänen der La Liga soll der Neustart am 12. Juni erfolgen. Einen konkreten Spielplan mit Terminen gibt es aber noch nicht.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. "Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus." Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, war davon ausgegangen, dass sechs Betroffene in Krankenhäusern sind.

    Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er nicht genau sagen, meinte Pritzkau. "Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden." Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

    Die Stadt Hanau teilte mit, dass nach Informationen des Main-Kinzig-Kreises sich im Zusammenhang mit dem Gottesdienst "mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Corona-Virus infiziert haben". Deshalb hätten der Landkreis und die Stadt ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    In Russland ist die Zahl neuer Corona-Fälle wieder gestiegen. Die Behörden in Moskau meldeten am Samstag mehr als 9400 Neuinfektionen. In den Tagen zuvor war die Marke von 9000 nicht mehr überschritten worden. Damit haben sich landesweit mehr als 335.800 Menschen nachweislich angesteckt. 3388 Patienten starben mit dem Virus. Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt Russland bei den registrierten Infizierten etwa gleichauf mit Brasilien. Experten gehen jedoch von hohen Dunkelziffern aus.

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht Südamerika mittlerweile als das "neue Epizentrum der Krankheit" an. Die weltweit meisten Erkrankungen gibt es nach wie vor in den USA, wo laut Hopkins Uni rund 1,6 Millionen Infizierte registriert sind.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. An deren Stelle sollen nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch. "Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen. Die Details sollen nach Angaben einer Regierungssprecherin in der nächsten Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Einschränkung von Grundrechten in der Coronakrise erneut als "Zumutung" für die Demokratie bezeichnet – die Maßnahmen aber zugleich verteidigt. Die CDU-Politikerin sagte in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Podcast zum Verfassungstag am 23. Mai, sie könne Sorgen von Bürgern angesichts der Einschränkungen in der Pandemie verstehen. Die Regierung mache es sich mit den Beschränkungen von Grundrechten nicht einfach. "Deshalb sollen sie so kurz wie möglich sein. Aber sie waren notwendig, und das haben wir auch immer wieder begründet, weil wir uns der Würde der Menschen verantwortlich fühlen, so wie es im Artikel 1 unseres Grundgesetzes gesagt ist."

    Dazu gehöre, dass eine Überforderung des Gesundheitssystems verhindert werden sollte, dies sei glücklicherweise auch gelungen, so Merkel. "Aber natürlich sind wir jetzt bei den Lockerungen der Beschränkungen immer wieder begründungspflichtig, warum wir etwasnoch nicht aufheben und warum wir etwas schon lockern können. Und auf diesem Wege müssen wir natürlich auch immer wieder die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen gegeneinander abwägen."

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Die Nachfrage nach staatlichen Liquiditätshilfen in der Corona-Krise ist einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. Bei der staatlichen Förderbank KfW seien bereits 44.089 Anträge für die Kreditprogramme eingegangen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Unterlagen des Bundesfinanzministeriums mit Stand 18. Mai berichteten. Das Antragsvolumen summiere sich demnach auf inzwischen 42,3 Milliarden Euro.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Bei einem Gottesdienst einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt am Main haben sich offenbar zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf den stellvertretenden Leiter des Gesundheitsamtes. Demnach handelt es sich "um ein sehr dynamisches Geschehen", Betroffene stammten aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Um wie viele Menschen es sich insgesamt handelt, sei noch unklar. Allein in Hanau gibt es dem Bericht zufolge 16 bestätigte Infektionen, die mit der Baptisten-Gemeinde und ihrem Gottesdienst am 10. Mai zusammenhängen

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Nur wenige Tage nach der Wiedereröffnung vieler Restaurants in Deutschland scheinen sich in Niedersachsen mindestens sieben Menschen in einem Lokal mit dem Coronavirus infiziert zu haben. "Die Infektionen stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal", teilte der Landkreis Leer mit. Falls sich das bestätigt, wäre dies der erste bekannt gewordene Fall von in Restaurants verbreiteten Corona-Infektionen seit Wiedereröffnung der Gaststätten und Cafés. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga reagierte bestürzt auf den Fall.

    Laut Landkreis Leer führten die neuen Fälle dazu, dass bereits für mindestens 50 Menschen "vorsorglich häusliche Quarantäne" angeordnet wurde. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Laut Gesundheitsamt handelt es sich nicht um einen Einzelfall mit nur wenigen Kontakten. "Es ist ein Ausbruch mit gleichzeitig mehreren Infizierten und vielen Kontakten." Entsprechend aufwendig sei nun die Nachverfolgung.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Der US-Autovermieter Hertz hat in der Coronakrise Insolvenz angemeldet. Der Rückgang von Reisen durch die Krise habe zu einem plötzlichen und dramatischen Einbruch bei Umsätzen und bei Buchungen geführt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Estero im US-Bundesstaat Florida mit. Während der durch die Krise notwendig gewordenen Umstrukturierungen würden die Geschäfte weitergeführt.

  • Daniel Wüstenberg
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    China hat am Samstag erstmals seit Januar keine neuen Coronavirus-Infektionen gemeldet. Diese Nachricht erfolgte am zweiten Tag des Nationalen Volkskongresses, zu dessen Auftakt Regierungschef Li Keqiang bereits "wichtige strategische Errungenschaften in unserer Antwort auf Covid-19" erklärt hatte. Dennoch stehe das Land weiter vor "enormen Herausforderungen".

  • Daniel Wüstenberg
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    Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat rassistische und antisemitische Übergriffe in der Coronakrise angeprangert. "In der Coronalkrise werden Menschen beleidigt, bedroht, mit Desinfektionsspray besprüht und angegriffen", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Angriffe richten sich gegen Jüdinnen und Juden, gegen Menschen, die als Asiaten gesehen werden, gegen alle Altersgruppen vom Kleinkind bis zur Rentnerin." Die Zahlen der Opferberatungsstellen seien erschreckend. In wenigen Wochen seien mehr als 100 Berichte über antisemitische und rassistische Übergriffe eingegangen.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    In Madrid und Barcelona werden die Corona-Beschränkungen ab Montag gelockert. Ab nächster Woche dürften in den beiden Großstädten sowie in der gesamten Region Kastilien und León Museen, Hotels und Bar-Terrassen wieder öffnen, teilte die Regierung mit.

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