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Tricks der Lebensmittelindustrie: So werden Verbraucher getäuscht: Keine Zusatzstoffe? Von wegen!

Natürliche Lebensmittel sind im Trend: Hersteller produzieren Lebensmittel, die angeblich ohne Geschmacksverstärker und künstliche Aromen auskommen. Doch dabei wird viel getrickst – zu Lasten der Verbraucher.

Dieses Label auf einer Chips-Tüte verspricht "unverfälschten Genuss" und betont, was alles nicht in der Verpackung steckt: künstliche Aromen etwa, Konservierungsstoffe und auch das Getreide-Klebereiweiß Gluten.

Dieses Label auf einer Chips-Tüte verspricht "unverfälschten Genuss" und betont, was alles nicht in der Verpackung steckt: künstliche Aromen etwa, Konservierungsstoffe und auch das Getreide-Klebereiweiß Gluten.

Im Fachjargon heißen sie "Clean Labels", saubere Etiketten: Meist prangen sie auf der Vorderseite von Lebensmitteln und suggerieren Natürlichkeit. "Ohne Konservierungsstoffe" ist dann auf dem Heringssalat zu lesen, "ohne künstliche Aromen" auf der Chipstüte. Slogans wie diese versprechen naturbelassene Inhaltsstoffe – doch sie können das Versprechen in den wenigsten Fällen halten.

So enthalten Produkte, die laut Label "ohne künstliche Aromen" auskommen, häufig doch Aromen, wenn auch natürliche. Diese werden allerdings ebenfalls im Labor hergestellt – von Natürlichkeit fehlt also jede Spur. Voraussetzung für die Auslobung "natürlich" ist lediglich der Ausgangsstoff, der naturbelassen sein muss: Himbeeraroma lässt sich beispielsweise aus Zedernholz gewinnen, Vanille-Aroma aus Überresten der Reisverarbeitung.

Hinzu kommt: Verbraucher verstehen sogenannte "ohne"-Werbung häufig falsch. Die Verbraucherzentrale beschäftigt sich bereits seit geraumer Zeit mit dieser Thematik und stellt fest: Werden Produkte mit dem Slogan "frei von Geschmacksverstärkern" beworben, so gehen Käufer meist davon aus, dass das Produkt kein Glutamat enthält. Doch der Zusatzstoff kann sich auch hinter anderen Begriffen in der Zutatenliste verbergen – etwa dem natürlich erscheinenden Hefeextrakt. Glutamat muss in diesem Fall nicht mehr auf der Zutatenliste aufgeführt werden.

Doch wie lassen sich industriell gefertigte Produkte von natürlichen Zutaten unterscheiden? Und wo steckt Chemie drin – obwohl die Verpackung nur natürliche Zutaten auslobt? Unsere Fotostrecke zeigt, wo Lebensmittelhersteller mit Angaben tricksen und erklärt, auf welche Bezeichnungen Verbraucher achten sollten.

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