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Impf-Skandal Hausarzt in Bayern soll Impfungen vorgetäuscht haben

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Im Landkreis Donau-Ries soll ein Hausarzt Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt haben, ohne einen Impfstoff gespritzt zu haben. Die Kriminalpolizei ermittelt und hatte in der vergangenen Woche die Wohnung und die Praxis des niedergelassenen Mediziners durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Betroffen seien Hunderte Menschen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg Andreas Dobler: "Wir gehen von mehreren Hundert aus. Die Sichtung hat begonnen. Sie müssen wissen, es ist umfangreich Material sichergestellt worden. Es muss erst mal ausgewertet werden und eine seriöse Angabe von wie viel Fällen wir tatsächlich ausgehen, können wir einfach zu diesem frühen Stadium nicht geben. Aber die Einschätzung mehrere Hundert, denke ich, trifft es ganz gut." Patienten sollen nun eine Antikörperbestimmung durchführen lassen. Am Montag hatten zudem bereits erste Patienten das Testangebot des Landratsamtes Donau-Ries angenommen. Die Leiterin des Gesundheitsamtes Raffaella Hesse: "Uns erreichen natürlich inzwischen etliche Anfragen, wie sich die Betroffenen zu verhalten haben, in welcher Risikosituation sie schweben und was weiter zu tun wäre, ob sie sich etwa schon impfen lassen dürfen. Und wir haben das diskutiert, wir haben auch versucht, erst mal alle über den Umstand zu informieren, dass sich jeder im Klaren ist, es könnte sein, dass kein Impfschutz besteht. Also alle Risikopatienten können sich jetzt durch erweiterte Maßnahmen, wie zum Beispiel natürlich den Abstand und natürlich eine Maske, eventuell sogar eine FFP2 Maske schützen. Das war uns vom Gesundheitsamt das Erste, was uns als vordringlich erscheint. Die nächsten Schritte waren natürlich, wie schon erzählt, das Aufstellen, der Möglichkeit einer Testung." Von der Praxis gab es am Montag keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Augenzeugen berichteten den Behörden von langen Schlangen vor der Wemdinger Hausarztpraxis in den vergangenen Wochen. Autos mit Kennzeichen aus ganz Deutschland hätten dort gestanden. Die Staatsanwaltschaft gab sogar den Namen des Mediziners heraus, obwohl er noch nicht überführt wurde. Landrat Stefan Rößle (CSU): "Noch mal wegen der Namensnennung, ob man nicht auch alle hätte anschreiben können. Wir waren Freitag Nachmittag, als der Sachverhalt bekannt wurde und es musste schnell gehandelt werden. Wie gesagt, es sind auch Menschen, die meinen, sie haben Impfschutz sind unterwegs, sind vielleicht auch vorerkrankt, die sind sogar in Lebensgefahr und das wäre auf die Schnelle nicht möglich gewesen. Und der zweite Aspekt kommt dazu. Wir sind mitten im Ermittlungsverfahren. Es ist nicht – also, Stand Freitag Nachmittag war mir nicht sicher, sind auch alle, stehen auch alle Namen fest oder gibt es vielleicht noch weitere Betroffene? Von daher die Abwägung und Entscheidung dann für die Namensnennung. Deutschland wird erschüttert, ich. Uns liegt auf jeden Fall so, so offen, so transparent wie möglich, dass wichtige Informationen – die, wir haben ja Hunderte von Betroffenen, schnellstmöglich herausgehen. Dass wir hier das Infektionsgeschehen eindämmen und Gefahren für die Bevölkerung minimieren, ohne dabei das Ermittlungsverfahren zu gefährden. Die ganz große Aufgabe." Dem Verdächtigen drohen nun Verfahren wegen Urkundenfälschung und eventuell auch wegen Körperverletzung.
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Im Landkreis Donau-Ries soll ein Hausarzt Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt haben, ohne einen Impfstoff gespritzt zu haben. Ihm droht zudem ein Verfahren wegen Körperverletzung.

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