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Gut zu wissen: Schwindel, Übelkeit, Stechen: Wann Sie mit Kopfschmerzen zum Arzt gehen sollten

Fast jeder zweite Deutsche leidet unter Kopfschmerzen. In den allermeisten Fällen sind sie harmlos. Doch es gibt Ausnahmen. In diesen Fällen sollten Sie die Schmerzen unbedingt bei einem Arzt abklären lassen. 

Eine Frau hat Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind beunruhigend - aber in den allermeisten Fällen harmlos

Getty Images

Kopfschmerzen sind unangenehm und weit verbreitet. Nach Angabe der Deutschen Schmerzliga leidet fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung unter dem lästigen Pochen und Ziehen im Kopf. Die Symptome können extrem unterschiedlich ausfallen: Einige Betroffene berichten über ein Stechen an einer bestimmten Stelle des Kopfes. Bei anderen fällt der Schmerz eher ziehend aus. Die Bandbreite der Variationen ist schier unendlich: Experten unterscheiden rund 165 verschiedene Kopfschmerzarten.

Die gute Nachricht ist: In den allermeisten Fällen sind die Beschwerden harmlos. Dazu zählt auch die häufigste Kopfschmerzart, der Spannungskopfschmerz. Betroffene erkennen ihn daran, dass er eher dumpf und drückend ist, so als würde sich ein Stahlband um den Kopf schnüren. "Typisch ist, dass die Schmerzen während einer Stressbelastung einsetzen und sich dann langsam steigern", heißt es auf der Seite der Deutschen Schmerzliga. Rund jeder dritte Deutsche gibt an, mindestens einmal im Monat unter Spannungskopfschmerzen zu leiden.

Auch eine Migräne zählt zu den häufigeren Kopfschmerzarten. Sie äußert sich durch "meist einseitige, pochende oder pulsierende Schmerzattacken, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden." Einige Migränepatienten reagieren sensibel auf Lärm und Licht. Bei anderen Betroffenen tritt eine sogenannte Aura auf - entweder vor der Schmerzattacke oder währenddessen. Die Patienten sehen dann plötzlich Blitze vor den Augen, und das Gesichtsfeld kann eingeschränkt sein. Frauen sind etwas häufiger von Migräneattacken betroffen als Männer.

Ungewöhnliche Kopfschmerzen sollten beim Arzt abgeklärt werden

Obwohl Kopfschmerzen sehr weit verbreitet sind, verunsichern sie viele Patienten: Wann sind Kopfschmerzen ein Fall für den Arzt? Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat dafür einen Leitfaden. Demnach sind alle Kopfschmerzen abklärungsbedürftig, die "in ihrer Intensität, Dauer und/oder Lokalisation unüblich sind", beziehungsweise wenn die Kopfschmerzen erstmals im Alter von über 40 Jahren auftreten.

Kopfschmerzen, die "täglich oder fast täglich auftreten", sind ebenfalls ein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Regelmäßige Kopfschmerzattacken verleiten möglicherweise dazu, Schmerztabletten zu oft oder zu unbedacht anzuwenden. Das wiederum kann zu erneuten Kopfschmerzattacken führen - ein Teufelskreis. 

Ein Fall für den Arzt werden Kopfschmerzen auch dann, wenn sie nicht mehr auf bisher wirksame Medikamente ansprechen, nach einer Kopfverletzung auftreten oder "trotz Behandlung an Häufigkeit, Stärke und Dauer zunehmen". Auch Symptome wie Gefühls-, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen, Augentränen, starker Schwindel und Störungen des Gedächtnisses oder der Orientierung sollten mit einem Arzt besprochen werden. Grundsätzlich raten die Experten "im Zweifelsfall" immer zu einem Arztbesuch. Der erste Ansprechpartner sollte der Hausarzt sein. 

Eine Blutung im Gehirn verursacht vernichtende Kopfschmerzen

Ein Fall für den Notarzt werden Kopfschmerzen, wenn sie extrem heftig sind, akut auftreten und kaum auszuhalten sind. "Heftige, akute Kopfschmerzen können auf eine Blutung im Gehirn hinweisen", erklärte der Notfallmediziner Peter Sefrin im Gespräch mit dem stern. Auch epileptische Anfälle, Lähmungen, Bewusstlosigkeit, hohes Fieber, psychische Veränderungen und neurologische Ausfallerscheinungen sollten sofort von einem Arzt abgeklärt werden - entweder über den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 oder im nächsten Krankenhaus.

Erkrankte, die nicht akut in Lebensgefahr schweben, können sich auch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Er ist unter der Nummer 116 117 (bundesweit, ohne Vorwahl) zu erreichen und kümmert sich um Patienten, die außerhalb der ärztlichen Sprechstunden Hilfe brauchen.

Quellen: Deutsche Schmerzliga e.V. / Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. / Interview mit Peter Sefrin, Bundesarzt beim Deutschen Roten Kreuz

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ikr
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